Anlagenmechaniker:in - Industrie: Ausbildung und Aufgaben

Schrauben, Löten, Schweißen – wenn das was für dich ist, könnte dich die Arbeit als Anlagenmechaniker:in sehr glücklich machen. Wir erklären dir, was dich genau erwartet.

Was macht ein:e Anlagenmechaniker:in im Berufsalltag?

Als Anlagenmechaniker:in sorgst du dafür, dass Energie, Wasser, Gas oder Luft sicher und zuverlässig fließen. Ob für die Lebensmittel- oder Mineralölindustrie – du planst, baust, montierst, prüfst und pflegst Anlagen aller Art. Laut der Bundesagentur für Arbeit gehören zu deinen typischen Aufgaben:

  • technische Zeichnungen prüfen und Arbeitsschritte festlegen
  • Bleche und Rohre zuschneiden und biegen
  • Rohre verbinden – durch Schrauben, Löten oder Schweißen
  • zum Kunden reisen, um dort die Anlage zu montieren
  • Bauteile wie Ventile, Pumpen, Armaturen und Dichtungen einbauen
  • Kessel oder Druckbehälter anschließen
  • fertige Anlage an Kunden übergeben
  • in Probeläufen die Funktion testen, nötigenfalls nachbessern und Fehler beheben
  • die Anlage von Zeit zu Zeit prüfen: Müssen Energiewerte verbessert werden? Gibt es Druckabfälle? Ist alles dicht?
  • Änderungen am Computer planen, gegebenenfalls auch mit 3D-Modellen

In welchem Bereich du vertiefend ausgebildet werden kannst, hängt von den Schwerpunktbereichen deines Betriebs ab. Nach Angaben der Robert-Mayer-Schule sind diese Einsatzfelder möglich:

  • Anlagenbau
  • Apparate- und Behälterbau
  • Instandhaltung
  • Rohrsystemtechnik
  • Schweißtechnik
  • Wärmetechnik und Versorgungstechnik

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Ein bestimmter Schulabschluss ist laut der Bundesagentur für Arbeit gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Betriebe erwarten jedoch mindestens einen Haupt- oder Realschulabschluss. Mitbringen solltest du außerdem:

  • technisches Verständnis und handwerkliches Geschick ⚙️
  • mathematisches Verständnis, beispielsweise um den Materialbedarf zu berechnen
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • körperliche Belastbarkeit

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker:in ab?

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Im Betrieb wirst du praktisch arbeiten und von den Ausbilderinnen oder Ausbildern des Unternehmens begleitet. In der Berufsschule lernst du die nötigen theoretischen Inhalte.

Was du lernen wirst und bis zur Abschlussprüfung bestenfalls draufhast, zeigen wir dir in der Tabelle.

Übersicht über Themen, Skills und Abschlussprüfung(en) im Laufe der Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker:in (Industrie)

  Das lernst du im Betrieb Das lernst du in der Berufsschule
1. und 2. Ausbildungsjahr betriebliche und technische Kommunikation nutzen, etwa technische Zeichnungen; Arbeitsabläufe planen und die Arbeitsergebnisse bewerten; Werk- und Hilfsstoffe unterscheiden, zuordnen und nutzen: Bauteile und Baugruppen herstellen und montieren; um den Transport und die Sicherung kümmern; Aufträge bearbeiten und Pläne lesen; Bauteile und Einrichtungen prüfen, beispielsweise die Dichtheit von Rohren; Steuerungstechnik; Fehler und Störungen feststellen, eingrenzen und beheben; Kundenorientierung Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen fertigen; Bauelemente mit Maschinen fertigen; einfache Baugruppen herstellen; technische Systeme warten; Bauelemente für die Anlagentechnik herstellen; Bauelemente der Anlagentechnik montieren und transportieren; Anlagenteile verbinden; Anlagensysteme in Betrieb nehmen und übergeben 
Erster Teil der Abschlussprüfung
3. und 4. Ausbildungsjahr die Themenfelder aus den ersten Jahren vertiefen; Geschäftsprozesse und Qualitätssicherungssysteme im Einsatzgebiet Anlagensysteme instand halten; Komponenten der Steuerungs- und Regelungstechnik einbinden; spezielle Anlagenteilsysteme einbauen; Systeme der Anlagentechnik planen und realisieren; Systeme der Anlagentechnik ändern und anpassen 
Zweiter/letzter Teil der Abschlussprüfung nach 3,5 Jahren

Die Betriebe und Berufsschulen richten sich nach den Themenfeldern, die wir in der Tabelle zusammengetragen haben. Wenn du genauer wissen willst, was sich hinter den Themen verbirgt, kannst du hier den Rahmenlehrplan (für den schulischen Teil) herunterladen und die Ausbildungsverordnung (für den betrieblichen Teil) aufrufen.


Verwechslungsgefahr: Die Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker:in (Industrie) ist nicht dieselbe wie die zum/zur Anlagenmechaniker:in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Der Unterschied: Letztere bereitet dich auf die Arbeit im Bereich Handwerk und Gebäudetechnik vor. Der Ausbildungsberuf, den wir dir hier vorstellen, gehört dagegen zur Industrie und Metalltechnik.


Welche Perspektiven hast du als Anlagenmechaniker:in nach der Ausbildung?

Typische Arbeitsbereiche oder Branchen für Anlagenmechaniker:innen sind laut der Bundesagentur für Arbeit die folgenden:

  • Unternehmen des Rohrleitungs- und Industrieanlagenbaus
  • Unternehmen des Apparate- und Behälterbaus
  • Installations- und Versorgungsunternehmen
  • Unternehmen für Erdöl- und Erdgasförderung
  • oder auch in der chemisch-pharmazeutischen Industrie, beispielsweise in Raffinerien

Wie viel verdienst du während der Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker:in?

Wie viel du in der Ausbildung verdienst, hängt davon ab, in welchem Bereich und in welchem Bundesland du arbeitest. Die Bundesagentur für Arbeit liefert zwei Beispiele: 

Technische Gebäudeausrüstung (monatlich brutto – davon werden also noch bestimmte Beträge abgezogen): 

  1. Ausbildungsjahr: 760 bis 1.010 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 825 bis 1.115 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 921 bis 1.204 Euro
  4. Ausbildungsjahr: 955 bis 1.249 Euro

Metall- und Elektroindustrie (monatlich brutto, je nach Bundesland): 

  1. Ausbildungsjahr: 1.206 bis 1.338 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 1.259 bis 1.372 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 1.337 bis 1.466 Euro
  4. Ausbildungsjahr: 1.419 bis 1.537 Euro

Wo kannst du die Ausbildung zur Anlagenmechaniker:in machen?

Drei Vorschläge für schulische Lernorte, an denen Anlagenmechaniker:innen ausgebildet werden

🏫 BBS 3 in Hannover – Schule für Berufe am Bau Die Berufsbildende Schule 3 der Region Hannover (BBS 3) vermittelt dir die Ausbildungsinhalte im Blockunterricht. Das heißt, du hast nicht an einem oder zwei Tagen pro Woche Schule, sondern bist in festgelegten Wochen jeden Tag in der BBS. Informationen zur Anmeldung und zur Ausbildung findest du auf der Internetseite der Schule.

🏫 Robert-Mayer-Schule Stuttgart An der Robert-Mayer-Schule (RMS) werden Schüler:innen in den Berufsfeldern Installations- und Metallbautechnik ausgebildet und bis hin zur Meister- oder Technikerprüfung begleitet. Mehr Infos liefert dir die Internetseite der Berufsschule. 👈

🏫 BS13 in Hamburg Dein Wunsch-Ausbildungsbetrieb ist nicht in Hamburg? Das ist kein Problem. Die Berufliche Schule für Anlagen- und Konstruktionstechnik am Inselpark (BS13) verweist dazu auf einen Gastschulantrag. Weiteres zur Ausbildung an der BS13 erfährst du in der Ausbildungsbeschreibung der Schule.

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