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Ausbildung

Du willst nach der Schule praktische Erfahrungen sammeln, Geld verdienen und einen Abschluss erwerben? Dann könnte eine Berufsausbildung was für dich sein.
Von Farina Fontane

Duale Berufsausbildung: Jetzt wissen, was dich erwartet

Wenn du dir nach der Schule eine Mischung aus Theorie und Praxis wünschst und direkt in einen Betrieb einsteigen möchtest, dann ist eine duale Ausbildung wahrscheinlich dein Weg der Wahl. Denn während einer Berufsausbildung lernst du einen Beruf und wendest ihn auch gleich praktisch an. Es winken richtige Aufgaben, Kolleginnen sowie Kollegen, eine Bezahlung am Monatsende und ein anerkannter Abschluss, mit dem du dann deinen beruflichen Weg weitergehen kannst. Klingt gut, oder?

Wie funktioniert die duale Ausbildung?

Die duale Ausbildung gilt als ein deutsches Erfolgsmodell und wurde von vielen anderen Ländern übernommen.

Die Besonderheit ist, dass es zwei Lernorte gibt:

  • Betrieb: Hier arbeitest du von Anfang an praktisch mit und wirst direkt im Job geschult.
  • Berufsschule: Hier bekommst du theoretisches Wissen zu deinem Beruf vermittelt.

Während einer Berufsausbildung bist du also gleichzeitig Azubi im Betrieb und Schüler:in in der Berufsschule.

Dauer: Die Ausbildung dauert je nach Schulabschluss und je nach Beruf zwischen zwei und dreieinhalb Jahre.

Inhalte: Ob Kommunikation oder Technik, soziale Kompetenzen oder handwerkliche Praktiken – während einer Ausbildung lernst du alles, was du für deinen Beruf wissen musst. Du hast die Wahl zwischen technischen, kaufmännischen, pflegerischen, handwerklichen, kreativen und vielen weiteren Berufen.


💡 Tipp: Im Ausbildungsberufe A bis Z stellen wir die verschiedenen Ausbildungsberufe vor. Dort kannst du dich inspirieren lassen und checken, welche Aufgaben dich im jeweiligen Berufsbild erwarten.


Welche Ausbildungsarten sind die wichtigsten?

Es gibt verschiedene Arten von Ausbildungen:

  • Duale Ausbildung: Das ist die häufigste Form, sie kombiniert die Ausbildung im Betrieb mit der Berufsschule.
  • Schulische Ausbildung: Sie findet komplett an einer Schule statt, zum Beispiel an Berufsfachschulen oder Berufskollegs.
  • Überbetriebliche Ausbildung: Falls ein Betrieb im Rahmen einer Ausbildung nicht alle praktischen Inhalte im Rahmen der Ausbildungsordnung vermitteln kann, dann findet eine weitere Schulung in Ausbildungszentren statt.

Und das waren noch nicht alle. Eine ausführliche Übersicht über die Ausbildungsarten findest du im Bereich Azubi-Info.

Wird eine duale Ausbildung bezahlt?

Ja, in einer Berufsausbildung bekommst du eine Ausbildungsvergütung, also ein Azubi-Gehalt. Wie hoch dein Gehalt genau ausfällt, hängt vom Beruf und vom Betrieb ab. Auch ein Tarifvertrag kann über die Höhe deines Gehalts mitentscheiden.

Wichtig: Meist steigt mit jedem Ausbildungsjahr die Vergütung leicht an.

Und genau das ist auch ein klarer Vorteil gegenüber einem Studium: Du wirst während deiner Ausbildung ab dem ersten Tag bezahlt. Während eines Studiums bekommst du kein Geld und viele Student:innen müssen sich etwa einen Nebenjob suchen, um ihre Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Studierst du allerdings dual, erhältst du in der Regel eine Vergütung, da du neben dem Studium eine praktische Ausbildung absolvierst.


💡 Tipp: Eine Liste dualer Studiengänge findest du oben im Menü unter dem Reiter Duales Studium.


Welchen Schulabschluss brauchst du für eine duale Ausbildung?

Welcher Schulabschluss für eine duale Ausbildung verlangt wird, entscheiden die Betriebe. In den meisten Fällen ist ein Hauptabschluss die Mindestanforderung, es gibt aber auch Ausbildungsberufe, die einen Realschulabschluss erfordern oder sogar Abitur. Am besten informierst du dich direkt bei dem Ausbildungsbetrieb deiner Wahl, welche Voraussetzungen es gibt.

So ganz ohne Schulabschluss kann es schwierig werden, eine Zusage für eine duale Ausbildung zu bekommen. In diesem Fall wendest du dich am besten zuerst an eine:n Berufsberater:in der Bundesagentur für Arbeit. Nachholen kannst du einen benötigten Schulabschluss zum Beispiel an einer Volkshochschule (VHS) auf dem sogenannten zweiten Bildungsweg.

Welche Vor- und Nachteile hat eine duale Ausbildung?

Eine duale Ausbildung bietet klare Vorteile ✅

  • Du lernst praxisnah und direkt im richtigen Job.
  • Du hast eine riesige Berufsauswahl mit über 325 Berufen.
  • Viele Betriebe übernehmen Azubis nach der Ausbildung, das heißt du hast bessere Chancen auf einen Job.
  • Du verdienst Geld während der Ausbildungszeit.
  • Du erhältst eine anerkannte Qualifikation, denn eine duale Ausbildung ist gesetzlich geregelt und deutschlandweit anerkannt.
  • Du kannst viele Weiterbildungswege einschlagen und nach der Ausbildung zum Beispiel Meister:in, Techniker:in oder Fachwirt:in werden.
  • Du kannst eine Ausbildung auch in Teilzeit absolvieren, wenn du zum Beispiel Zeit für andere Dinge wie die Pflege von Angehörigen oder die Betreuung eines Kindes brauchst.
  • Du kannst auch während einer Ausbildung ins Ausland gehen und in anderen Ländern Erfahrungen sammeln.

Eine Berufsausbildung hat viele Vorteile, aber auch einige Nachteile ❌

  • Du musst dich frühzeitig bewerben, meist mindestens ein Jahr im Voraus, da viele Plätze schnell vergeben sind.
  • Manche Berufe sind weniger dual und praktisch, sondern du lernst sie komplett in der Schule.
  • Die Bezahlung ist unterschiedlich. Für 2024 lag laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die durchschnittliche Ausbildungsvergütung bei monatlich 1.133 Euro brutto. Im Jahr 2026 liegt die Mindestausbildungsvergütung bei 724 Euro brutto.

Exkurs: Um dir mal exemplarisch einige Vergütungen zu nennen: Als Mechatroniker:in kannst du während deiner Ausbildung mit 1.000 bis 1.200 Euro brutto pro Monat rechnen, als Maurer:in mit 850 bis 1.200 Euro, als Bankkauffrau oder Bankkaufmann mit 1.000 bis 1.100 Euro brutto und als Pflegefachkraft zwischen 1.000 und 1.300 Euro monatlich.

Die Ausbildungsverordnung: Der rote Faden deiner Ausbildung

Jeder anerkannte Ausbildungsberuf in Deutschland hat eine eigene Ausbildungsverordnung. Du kannst sie dir wie einen offiziellen Lehrplan für eine Ausbildung im Betrieb vorstellen. Mit ihr ist festgelegt, was du wie lange und in welchem Umfang während deiner Berufsausbildung lernen musst und was du nach der Ausbildungszeit alles wissen und können musst, um deine offizielle Berufsbezeichnung zu tragen. Mit der Ausbildungsverordnung ist dafür gesorgt, dass:

  • eine Ausbildung in Baden-Württemberg mit einer Ausbildung in Nordrhein-Westfalen oder Hessen vergleichbar ist.
  • alle Auszubildenden die gleichen Grundkenntnisse vermittelt bekommen.
  • dein Abschluss deutschlandweit anerkannt wird.

Geregelt sind in der Ausbildungsverordnung folgende Aspekte:

  1. Ausbildungsdauer zwischen zwei und dreieinhalb Jahren.
  2. Ausbildungsinhalte wie technische Abläufe, Kundenkontakt, Organisation oder Sicherheit.
  3. Ausbildungsrahmenplan, der zeigt, wann welche Inhalte gelernt werden. Er gibt dem Betrieb eine Struktur, kann aber flexibel angepasst werden.
  4. Prüfungen wie die Zwischenprüfung oder Abschlussprüfung.

Die Ausbildungsverordnung wird vom BIBB in Zusammenarbeit mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden erarbeitet.

Warum gibt es trotzdem Unterschiede zwischen Betrieben?

Die Ausbildungsverordnung gilt zwar für alle, aber wie die Berufsausbildung dann im Betrieb genau aussieht, kann unterschiedlich sein. Das hat verschiedene Gründe, wie

  • Betriebsgröße
  • Branche
  • Region
  • Schwerpunkte des Betriebs

Kleinere Abweichungen in den Abläufen sind daher normal und auch die Ausbildungsverordnung sieht entsprechende Flexibilität vor.

Beispiel: Zwei Azubis erlernen denselben Beruf, aber einer macht seine Ausbildung in einem kleinen Familienbetrieb und eine in einem Großkonzern. Die Grundlagen, die sie erlernen sind die gleichen, aber der Arbeitsalltag der beiden kann anders aussehen. Aber: Am Ende der Ausbildungszeit müssen in beiden Szenarien alle Pflichtinhalte der Ausbildungsverordnung vermittelt worden sein, damit Auszubildende ihren beruflichen Titel tragen dürfen.

Wie findest du den richtigen Ausbildungsplatz für dich? Eine Checkliste mit praktischen Links

Den richtigen Ausbildungsplatz für dich zu finden, ist möglich, mit den richtigen Fragen und den richtigen Links zur Unterstützung:

Frage dich, welche Berufe dich interessieren. 👉Informiere dich über sie zum Beispiel auf unserem Stellenmarkt oder bei der Agentur für Arbeit
Nutze Berufstests, um herauszufinden, welche Berufsausbildung zu dir passt.👉Die Arbeitsagentur ist deine erste Anlaufstelle.
Gehe zu Ausbildungs-Messen und Info-Tagen, um Betriebe live kennenzulernen. 👉Informiere dich, wo in deiner Gegend Ausbildungsmessen stattfinden.
Informiere dich bei Berufsberater:innen der Agentur für Arbeit für mehr Orientierung.  👉Berufsberater:innen

💡 Tipp: Wenn du dich für einen Beruf entschieden hast, solltest du dich rechtzeitig bewerben

  • Am besten ein Jahr im Voraus (besonders in großen Unternehmen).
  • In kleineren Betrieben oft noch ein halbes Jahr im Voraus möglich.

Ausbildungsstart ist in den meisten Betrieben fast immer im August oder September, bewerben solltest du dich also im September des Vorjahres. Die Bewerbung erfolgt beim ausbildenden Betrieb.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Berufsausbildung

Rund um das Thema Berufsausbildung gibt es viele weitere Fragen. Wir haben euch ein paar häufig gestellte Fragen zu dem Thema einmal beantwortet:

Ist ein Volontariat eine anerkannte Berufsausbildung?

Ein Volontariat ist keine anerkannte, staatliche Berufsausbildung. Vielmehr handelt es sich um eine Art praxisorientierte Weiterbildung, die der Einarbeitung in den Beruf dient. Volontariate gibt es häufig in Redaktionen, Agenturen oder Verlagen.

Ist ein Berufskolleg eine Berufsausbildung?

Ein Berufskolleg selbst ist eine schulische Einrichtung und es ist möglich, dass du deine Berufsausbildung an einem Berufskolleg absolvierst. In diesem Fall gehst du nicht in die Berufsschule, sondern besuchst hauptsächlich das Berufskolleg, ergänzt durch Praktika für die Praxiserfahrung.

Was ist die leichteste Berufsausbildung?

Welche die leichteste Berufsausbildung ist oder ob eine duale Ausbildung generell einfach ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Ob du gut durch die Ausbildung kommst, richtet sich nach deinen Interessen und Talenten, danach ob du gut lernen kannst und wie du dich im Betrieb zurechtfindest. Insbesondere wenn dir praktisches Arbeiten liegt, sollte eine Berufsausbildung für dich gut machbar sein.

Wie lange dauert eine Ausbildung zur/zum Erzieher:in?

Die Ausbildung zur/zum Erzieher:in dauert in Vollzeit zwei bis vier Jahre und in Teilzeit zwei bis sechs Jahre mit dem Ziel einer staatlichen Abschlussprüfung. Die Ausbildung erfolgt üblicherweise an Berufskollegs, Fachschulen oder Fachakademien.