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Lebenslauf

Du bist fertig mit der Schule und steigst bald in den Beruf ein? Wir zeigen dir klar und verständlich, worauf es beim Erstellen deines Lebenslaufs ankommt.
Von Farina Fontane

Lebenslauf erstellen: Dein Weg zum perfekten CV

Für einen übersichtlichen Lebenslauf solltest du deine wichtigsten Stationen auflisten. 

Warum brauchst du einen Lebenslauf?

Wenn du dich auf einen Ausbildungsplatz oder für deinen ersten Job bewirbst, dann solltest du deiner Bewerbung einen Lebenslauf (oft auch Vita oder CV genannt) beilegen. Es ist das zentrale Dokument deiner Bewerbung und gibt Arbeitgeber:innen auf einen Blick eine gute Übersicht über

  • deine Person und wie sie dich erreichen können
  • deinen Schulabschluss und deine Ausbildung
  • deine bisherigen praktischen Erfahrungen aus Praktika, Nebenjobs oder ehrenamtlichen Tätigkeiten
  • deine Kenntnisse und Fähigkeiten wie zum Beispiel Sprachkenntnisse oder Computerkenntnisse

Mit einem Lebenslauf gibst du also einen guten Einblick in deine Stärken, Kompetenzen und deine bisherigen Schritte

Insbesondere als Schulabgänger:in oder als Berufseinsteiger:in ist der Lebenslauf deine Visitenkarte. Er entscheidet oft darüber, ob Personaler:innen dich zu einem Vorstellungsgespräch einladen oder nicht.  

Aber keine Panik: Auch wenn du in deinem Lebenslauf noch nicht so viele praktische Erfahrungen vorzuweisen hast, hast du Chancen auf ein Gespräch. Schließlich kannst du auch noch mit einem guten Bewerbungsschreiben überzeugen und dir so eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch sichern. 

Was ist im Lebenslauf Pflicht?

Dein Lebenslauf sollte möglichst übersichtlich und strukturiert sein. In Deutschland wird dafür meist der tabellarische Lebenslauf genutzt. 📄

Das gehört unbedingt in deinen Lebenslauf: 

Persönliche Angaben 

  • Vollständiger Name
  • Adresse
  • Telefonnummer (Handynummer ist kein Problem)
  • E-Mail-Adresse (nutze eine seriöse E-Mail-Adresse mit deinem Vor- und/oder Nachnamen, kein Nickname)
  • Geburtsdatum und Geburtsort

Praktische Erfahrungen und Tätigkeiten 

Es ist kein Ding, wenn du noch keine klassische Berufserfahrung hast. Auch Praktika, Nebenjobs, Ferienjobs oder freiwillige beziehungsweise ehrenamtliche Tätigkeiten zählen. Für Personaler:innen geht es einfach nur darum, sich ein Bild davon zu machen, wer du bist. Für jede Station gibst du den Monat und das Jahr an, zu dem du die Tätigkeit begonnen und beendet hast. Außerdem nennst du deine Position und ein paar Stichpunkte zu deinen Aufgaben.  

Mit solchen Erfahrungen kannst du zeigen, dass du schon Verantwortung übernommen und Engagement gezeigt hast. So kannst du dich von anderen Bewerber:innen abheben. 

Schulbildung und Ausbildung 

In diesem Teil des Lebenslaufs listet du deine Schule(n) und/oder deine Ausbildung(en) inklusive Abschluss auf. Du fängst dabei mit dem neuesten zuerst an und gehst dann in der Zeit zurück (nennt sich antichronologische Reihenfolge). 

Wenn du gute Noten oder besondere Leistungen in einem Fach hattest, das für die Stelle wichtig ist, dann kann das einen guten Eindruck machen. Wenn du schon deinen Abschluss hast, solltest du die Abschlussnote dazuschreiben. 

Weitere Kenntnisse und Fähigkeiten 

Dazu gehören: 

  • Sprachkenntnisse (diese werden immer mit Niveau angegeben, zum Beispiel „Englisch: B1“)
  • Software- oder Computerkenntnisse wie MS Office oder Programmiersprachen
  • Führerschein, besondere Kurse oder Zertifikate
  • ehrenamtliches Engagement oder Vereinsmitgliedschaften, wenn sie relevant für die Stelle sind, auf die du dich bewirbst

Hobbys oder Interessen kannst du ergänzen, wenn sie zur Stelle passen. Falls du also einen YouTube-Kanal betreibst und dich als Film- und Videoeditor bewirbst, ist das natürlich eine tolle Referenz. Auch wenn du gerne Sport treibst und eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann anstrebst, ist diese Angabe sinnvoll. Grundsätzlich sind diese Angaben aber kein Muss.  

Muss ein Foto auf den Lebenslauf?

Ein Bewerbungsfoto war früher Standard, wird aber heute nicht mehr automatisch verlangt. Wenn du ein Foto mitschicken möchtest, kommt es oben auf den Lebenslauf. Falls du ausdrücklich – zum Beispiel bei einer Online-Bewerbung – dazu aufgefordert wirst, ein Bewerbungsfoto hochzuladen, dann solltest du das auch machen.  

Wichtig: Selfies, Urlaubs- oder Partyfotos sind tabu.  

Mit KI-Tools lassen sich Bewerbungsfotos im Handumdrehen und kostengünstig selbst erstellen. Wichtig ist, dass solche Bilder nicht überbearbeitet wirken. Auf Nummer sicher gehst du mit einem Foto aus dem Fotostudio. Dort bekommst du auch Tipps zu Gesichtsausdruck und Haltung.  

Was schreibt man heute sonst noch in einen aktuellen Lebenslauf?

Ein kurzes Profil oder eine kleine Zusammenfassung deiner Person und deiner Erfahrungen am Anfang des CV kann sinnvoll sein. Wenn du zum Beispiel eine Ausbildung oder einen bestimmten Job anstrebst, dann positioniere dich ruhig klar. Aber: Weniger ist oft mehr.   

Ein Lebenslauf muss unterschrieben werden. Dafür kannst du deine Unterschrift entweder einscannen oder eine digitale Signatur erstellen. Platziert wird die Unterschrift am Ende deines Dokuments. Schreibe Ort und Datum auf und setze darunter deine Unterschrift. 

Was gehört nicht mehr in den Lebenslauf?

Früher waren für einen CV noch deutlich mehr Angaben vorgesehen. Viele davon kannst du heute weglassen, darunter: 

  • Angaben über deine Eltern oder deine Geschwister
  • Familienstand
  • Konfession (nur bei kirchlichen Arbeitgebern relevant)
  • Kinder (falls du Kinder hast, genügt es, das Thema im Bewerbungsgespräch anzusprechen – wenn überhaupt)
  • Staatsangehörigkeit (diese Angabe ist freiwillig)

In welchem Programm sollte man einen Lebenslauf erstellen?

Am besten arbeitest du mit Microsoft Word oder Open Office, wenn du einen Lebenslauf erstellen möchtest: 

  • wähle eine schlichte Schriftart wie Arial oder Times New Roman
  • bei der Schriftgröße empfiehlt sich 10 bis 12 Punkt
  • der Zeilenabstand sollte 1,15 bis 1,5 betragen

Auch mit Tools wie Canva oder Adobe Express kannst du Lebensläufe erstellen, oft mit stärkerem Designfokus. In Canva gibt es zum Beispiel viele kostenlose Vorlagen für einen Lebenslauf und auch Adobe Express hat mehr als 1.300 Lebenslauf-Vorlagen für dich zur Auswahl. Damit geht die Erstellung leichter von der Hand, da du direkt siehst, wo du was hinschreiben musst.  

Tipp: Verschicken solltest du deinen Lebenslauf immer als PDF-Datei. So gehst du sicher, dass das Layout an Ort und Stelle bleibt. 

Was musst du sonst noch beim Erstellen deines Lebenslaufs beachten?

Es gibt noch weitere Punkte, die du beim Erstellen deines Lebenslaufs beachten solltest: 

  • Verzichte auf unnötig lange Texte. Der Lebenslauf ist eine Übersicht, kein Roman.
  • Wenn du mehrere Monate ohne Ausbildung oder Job warst, dann solltest du diese Zeiträume nicht einfach offenlassen oder Stationen erfinden. Erkläre die Lücken mit Freiwilligendienst, Auslandsaufenthalt, Praktikum, beruflicher Neuorientierung oder ähnlichen Angaben.
  • Verzichte darauf, alles in deinen CV zu schreiben, was du jemals gemacht hast, inklusive Grundschule. Konzentriere dich auf die Stationen, die wirklich relevant für die Stelle sind, auf die du dich bewirbst.
  • Wenn du dich dafür entscheidest, deinen Lebenslauf zum Beispiel mit Canva zu designen, dann halte das Design schlicht. Zu bunte Farben und Effekte lenken nur vom Wesentlichen ab. Überlege auch immer, wie konservativ das Unternehmen ist, in dem du dich bewirbst.
  • Achte darauf, dass dein CV auch wirklich auf die Stelle zugeschnitten ist, auf die du dich bewirbst. Einfach an alle Arbeitgeber:innen denselben Lebenslauf rauszuschicken, ohne Anpassungen vorzunehmen, ist nicht zielführend.

So sieht ein guter Lebenslauf heute aus

Wenn du dich fragst, wie der perfekte Lebenslauf aussehen soll, kommen hier noch einige Tipps für dich: 

  • Kurz und knapp: Maximal zwei DIN-A4-Seiten mit einer übersichtlichen Struktur und einem sauberen Layout. Lebenslauf-Vorlagen helfen dir dabei.
  • Gut organisiert: Achte auf die antichronologische Reihenfolge, also nenne die aktuelle Station zuerst.
  • Klar und relevant: Gib nur Daten, Erfahrungen und Fähigkeiten an, die wirklich zu deiner Bewerbung passen.
  • Fehlerfrei und seriös: Achte auf die richtige Rechtschreibung und ein übersichtliches Layout. Prüfe deine Kontaktinfos doppelt und achte darauf, dass du eine seriöse E-Mail-Adresse angibst.
  • Persönlichkeit zeigen: Nenne ein eventuelles Ehrenamt, deine Hobbys oder schreibe ein kurzes Profil, wenn diese Angaben zur Stelle passen.

Checkliste: So vergisst du nichts, wenn du deinen Lebenslauf schreibst

Wie man heute einen aktuellen Lebenslauf erstellt, haben wir dir jetzt gezeigt. Mit dieser Checkliste kannst du nochmal durchgehen, dass du nichts vergessen hast: 

Persönliche Angaben prüfen 

  • Ist dein Name vollständig angegeben?
  • Stehen Adresse, Telefonnummer und eine seriöse E-Mail-Adresse im Dokument?
  • Sind Geburtsdatum und Geburtsort eingetragen?

Aufbau und Struktur 

  • Ist dein Lebenslauf antichronologisch aufgebaut?
  • Sind alle Abschnitte klar erkennbar?
  • Sind die Stichpunkte kurz und verständlich?

Schule, Ausbildung und Tätigkeiten 

  • Sind alle wichtigen Stationen vollständig genannt?
  • Stimmt der Zeitraum bei jeder Station?
  • Gibt es zu jeder Tätigkeit kurze Stichpunkte zu deinen Aufgaben?

Kenntnisse und Hobbys 

  • Sind deine Sprachkenntnisse mit Niveau angegeben?
  • Sind Computer oder Softwarekenntnisse ergänzt?
  • Sind relevante Zertifikate oder Kurse genannt?
  • Passen genannte Hobbys zur Stelle?

Design und Layout 

  • Ist der Lebenslauf gut lesbar?
  • Ist das Design sachlich und nicht zu bunt?
  • Ist die Schrift einheitlich und gut erkennbar?

Fehler und Details 

  • Sind Rechtschreibung und Grammatik fehlerfrei?
  • Ist der Lebenslauf auf die jeweilige Stelle angepasst?
  • Stimmt das Datum am Ende des Dokuments?
  • Ist deine Unterschrift eingefügt?

Finaler Check 

  • Hast du den CV als PDF gespeichert?
  • Passt der Dateiname, zum Beispiel „Vorname Nachname Lebenslauf“?

Dann kannst du deinen Lebenslauf jetzt zusammen mit deinem Bewerbungsschreiben versenden. 🚀