Bankkaufmann/-frau: Ausbildung und Aufgaben
Was macht eine Bankkauffrau oder ein Bankkaufmann im Berufsalltag?
Stell dir vor, du kennst dich in einem Gebiet richtig gut aus kannst dein Wissen täglich an Kundinnen und Kunden weitergeben. Als Bankkauffrau oder Bankkaufmann bist du Ansprechpartner:in Nummer Eins für Finanzdienstleistungen und führst Beratungsgespräche rund um Konten, Kredite, Geldanlagen und Versicherungen.
Laut der Bundesagentur für Arbeit gehören zu deinen typischen Aufgaben:
- Kundinnen und Kunden beraten
- Beratungsprotokolle führen
- die Wirtschaftsentwicklung, den Kapitalmarkt und andere Teilmärkte, beispielsweise für Edelmetalle beobachten
- Fachinformationen verfolgen und daraus Empfehlungen ableiten
- Finanzierungen, Geldanlagen und Versicherungen vermitteln
- Verträge bearbeiten
- Konten eröffnen und verwalten
- ausländische Währungen/Kurse betrachten und ausländisches Bargeld kaufen und verkaufen
- Wertgegenstände von Kundinnen und Kunden in Tresoren und Schließfächern verwahren
- Kontrollen im Rechnungswesen durchführen
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Ein bestimmter Schulabschluss ist laut der Bundesagentur für Arbeit nicht vorgeschrieben. Viele Betriebe wünschen sich aber die Hochschulreife. Mitbringen solltest du außerdem:
- einen Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb
- eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung, wenn du noch nicht 18 Jahre alt bist
- Interesse an Wirtschaft, Finanzen und Zahlen 💡
- Freude am Umgang mit Menschen und Kommunikation
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
- gutes Ausdrucksvermögen, sowohl schriftlich als auch mündlich
Wie läuft die Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann ab?
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und wird im sogenannten dualen System durchgeführt – das heißt, du lernst an zwei verschiedenen Lernorten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Im Betrieb erhältst du praktische Einblicke in den Berufsalltag, zum Beispiel in den Kundenservice oder das Kreditwesen. In der Berufsschule werden dir die theoretischen Grundlagen vermittelt, die du für die Arbeit im Finanzbereich brauchst.
Welche Inhalte dich in den einzelnen Ausbildungsjahren erwarten, zeigen wir dir in der folgenden Grafik.
Die abgebildeten Themen sind wichtig für die Prüfungen und vor allem für das spätere Berufsleben als Bankkauffrau oder Bankkaufmann. Wenn du genauer wissen möchtest, was sich hinter den Kernthemen aus der Grafik verbirgt, kannst du hier den Rahmenlehrplan (für den schulischen Teil) herrunterladen und die Ausbildungsverordnung (für den betrieblichen Teil) aufrufen.
Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann?
Nach deiner Ausbildung kannst du laut der Bundesagentur für Arbeit in verschiedenen Bereichen des Finanzwesens arbeiten und dich dort auch weiter spezialisieren. Außerdem stehen dir Aufstiegsweiterbildungen offen, mit denen du zum Beispiel Führungspositionen übernehmen, studieren oder dich in bestimmten Fachgebieten spezialisieren kannst.
Typische Arbeitsbereiche oder Branchen:
- Kreditinstitute wie Banken und Sparkassen
- Finanzdienstleister und Versicherungen
- Unternehmensberatung und Wirtschaftsprüfung
- Öffentliche Verwaltung im Finanzbereich
Beispiele für Aufstiegsweiterbildungen:
- Bankfachwirt:in
- Fachwirt:in für Finanzberatung
- Fachberater:in für Finanzdienstleistungen
- Betriebswirt:in für Finanzen
Wie viel verdienst du während der Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann?
Wie viel du während der Ausbildung verdienst, hängt davon ab, ob es sich bei deinem Unternehmen um einen „tarifgebundenen Betrieb“ handelt. Falls ja, zahlt er nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Die Bundesagentur für Arbeit liefert ein Beispiel:
Privates und öffentliches Bankgewerbe (monatlich brutto – davon werden also noch Steuern und andere Beträge abgezogen)
- Ausbildungsjahr: 1.313 bis 1.350 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.374 bis 1.420 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.446 bis 1.500 Euro
Wo kannst du die Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann machen?
Drei Vorschläge für schulische Lernorte, an denen die Ausbildung angeboten wird
🏫 Oberstufenzentrum Banken, Immobilien und Versicherungen (OSZ BIV) in Berlin Das OSZ Banken, Immobilien und Versicherungen bietet die schulische Seite der Ausbildung zur Bankkauffrau beziehungsweise zum Bankkaufmann in Berlin an. Ein spannendes Detail: Während der Ausbildung kannst du dort Zusatzqualifikationen wie „Immobilienmanagement“ oder „Risikomanagement“ erwerben, die mit einer zertifizierten IHK-Weiterbildungsprüfung abschließen. Weitere Infos findest du auf der Internetseite des OSZ BIV. 👈
🏫 Hanse‑Schule für Wirtschaft und Verwaltung in Lübeck (Schleswig-Holstein) Auch die Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung in Lübeck bildet Bankkaufleute aus. Hier findet der Unterricht in Blockform statt. Besonders interessant: Während der Ausbildung kann man an der Hanse-Schule Fremdsprachen-Zertifikate erwerben. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei mittlerem Bildungsabschluss die Fachhochschulreife im Abendunterricht parallel zur Ausbildung zu erlangen.
🏫 Berufsbildende Schule II in Stade (Niedersachsen) Die Berufsbildende Schule II (BBS II) Stade bietet die Ausbildung zur Bankkauffrau oder zum Bankkaufmann ebenfalls im Blockunterricht an: Im ersten Ausbildungsjahr gibt es zwei Blöcke im Umfang von je sieben Wochen. Dasselbe gilt im zweiten Ausbildungsjahr. Im dritten Jahr besuchst du einen Block von acht Wochen und einen von vier Wochen. Weitere Informationen zur Ausbildung an der BBS II findest du in diesem Infoblatt.
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