Biologielaborant:in: Ausbildung und Aufgaben
Was macht ein Biologielaborant oder eine Biologielaborantin im Berufsalltag?
In diesem Beruf lebst du deine Begeisterung für das wissenschaftliche Feld der Biologie. Du bereitest Untersuchungen an Pflanzen, Tieren, Mikroorganismen oder Zellkulturen vor, führst sie durch und wertest die Ergebnisse aus. Dein Ziel ist es, unter anderem die Wirkung von Substanzen wie Medikamenten oder Pflanzenschutzmitteln zu testen. Dabei arbeitest du unter sicheren Laborbedingungen und nutzt moderne Analysegeräte. 🔬
Zu deinen typischen Aufgaben gehören laut der Bundesagentur für Arbeit:
- biologische, biochemische und biotechnologische Versuche vorbereiten und durchführen
- Bakterien, Viren oder Pilze isolieren, züchten und mit Nachweismethoden identifizieren 🦠
- Proben aus Luft, Wasser, Lebensmitteln oder Körperflüssigkeiten untersuchen
- Lösungen, Präparate und Nährmedien herstellen
- Analysen durchführen, etwa durch Chromatografie, Elektrophorese oder Fotometrie
- DNA vervielfältigen und untersuchen
- Versuchstiere halten, überwachen, narkotisieren und Reaktionen dokumentieren – unter Einhaltung von Tierschutz und ethischen Vorgaben
- Pflanzen und Versuchsorganismen züchten und untersuchen
- computergestützte Analyse- und Messgeräte bedienen
- Untersuchungsergebnisse am Rechner dokumentieren und statistisch auswerten
- Laborgeräte und -einrichtungen bedienen und pflegen
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Biologielaborant:in nicht vorgeschrieben. Die Mehrheit derer, die 2024 die Ausbildung begannen, verfügte jedoch über die Hochschulreife. Das zeigt die Bundesagentur für Arbeit auf der Grundlage gesammelter Daten des Bundesinstitutes für Berufsbildung. 📊
Mitbringen solltest du:
- eine ärztliche Erstuntersuchungsbescheinigung, wenn du noch nicht volljährig bist
- den Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb, um an der Schule aufgenommen zu werden
- Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern und Themen
- Kenntnisse im Bereich der Biologie, etwa um Bestandteile des Blutes oder der DNA identifizieren zu können 🧬
- Kenntnisse im Bereich der Chemie, zum Beispiel um Reaktionen nachvollziehen zu können
- Kenntnisse im Bereich der Physik, beispielsweise um Analyseverfahren sicher durchführen zu können
- mathematisches Verständnis, um zum Beispiel Mengen und prozentuale Zusammensetzungen zu berechnen
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Biologielaborant:in ab?
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. In einigen Fällen besuchst du für das erste Ausbildungsjahr eine Berufsfachschule. Erst innerhalb der übrigen zweieinhalb Jahre absolvierst du die Ausbildung an der Berufsschule sowie im Praxisbetrieb.
In der Schule lernst du zum Beispiel:
- wie man Stoffe vereinigt
- wie man Stoffsysteme trennt
- wie man Stoffe fotometrisch und chromatografisch untersucht
- wie man mikrobiologische und zellkulturtechnische Arbeiten durchführt: du erfährst, beispielsweise, wie man Bakterienkulturen anlegt, an ihnen Untersuchungen wie Antibiotikatests durchführt und die Ergebnisse protokolliert🧫
- wie man pharmakologische, toxikologische und pharmakokinetische Arbeiten durchführt
- wie man Immunologische, biochemische und diagnostische Arbeiten durchführt
Im Betrieb lernst du zum Beispiel:
- wie man die Arbeitsgeräte nutzt und pflegt
- wie man Messdaten erfasst und auswertet
- wie man fotometrische und chromatografische Verfahren durchführt
- wie man mikrobiologische Arbeiten durchführt, etwa wie man Mikroorganismen in der Umwelt nachweist
- wie man hämatologische Arbeiten durchführt, 🩸 also zum Beispiel Blutbestandteile bestimmt und Antigen-Antikörper-Reaktionen beobachtet
Wenn du genauer wissen möchtest, welche Inhalte dich erwarten, kannst du hier den Rahmenlehrplan (für den schulischen Teil) herunterladen und die Ausbildungsverordnung (für den betrieblichen Teil) aufrufen.
Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung zum/zur Biologielaborant:in?
Nach deiner Ausbildung zur/zum Biologielaborant:in stehen dir verschiedene Einsatzmöglichkeiten offen. Willst du beruflich aufsteigen oder deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern? Dann kannst du dich durch Weiterbildungen auf spezielle Fachgebiete spezialisieren oder auf eine Führungsposition vorbereiten. 🚀
Typische Arbeitsbereiche und Unternehmen
- medizinische und biologische Forschung
- Krankenhäuser
- Angewandte Medizin
- Pharma-Industrie
- Chemie-Industrie
- Lebensmittel-Industrie
- Kosmetik-Industrie
- Biotechnologische Industrie
Beispiele für Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Industriemeister:in der Fachrichtung Chemie
- Techniker:in für Biotechnik
- Techniker:in für Chemietechnik
- Industriemeister:in der Fachrichtung Pharmazie
- Technische:r Fachwirt:in
- Weiterbildung zum/zur Ausbilder:in
- Studium: Biologie
- Studium: Biowissenschaften, Life Science
- Studium: Pharmazie
- Studium: Biomedizin
Genauere Informationen zu den genannten Möglichkeiten findest du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.
Dank Ausbildung ab ins Studium: Wenn du dich für ein Studium interessierst, solltest du checken, welche Voraussetzungen in deinem Bundesland gelten. In einigen Bundesländern ist es beispielsweise möglich, nach einer Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung ohne Abi zum Studium zugelassen zu werden.
Willst du bereits während der Ausbildung zum/zur Biologielaborant:in studieren? Dann könnte dich der duale Studiengang Biotechnologie interessieren.
Wo kannst du die Ausbildung zum/zur Biologielaborant:in machen?
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