Ergotherapeut:in: Ausbildung und Aufgaben
Was macht ein Ergotherapeut oder eine Ergotherapeutin im Berufsalltag?
Als Ergotherapeut:in unterstützt du Menschen jeden Alters dabei, im Alltag möglichst selbstständig und handlungsfähig zu bleiben oder es wieder zu werden. Du arbeitest mit Personen, die durch Krankheiten, Behinderungen oder Entwicklungsverzögerungen körperlich oder geistig eingeschränkt sind, und entwickelst individuelle Therapiepläne. 🧠
Zu deinen typischen Aufgaben gehören laut der Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel:
- den ergotherapeutischen Bedarf feststellen und individuelle Behandlungsziele festlegen
- Therapiepläne entwickeln, durchführen, überwachen und dokumentieren
- motorische, kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten fördern 🧩
- Patientinnen und Patienten während der Therapie anleiten, motivieren und begleiten
- Kinder mit Entwicklungs-, Lern- oder Konzentrationsschwierigkeiten fördern
- Gedächtnis- sowie Bewegungstrainings mit Seniorinnen und Senioren durchführen
- Arbeitsplätze und Wohnumfelder ergonomisch anpassen
- Hilfsmittel auswählen und den Umgang damit trainieren
- mit Ärztinnen, Ärzten, Therapeutinnen sowie Therapeuten und weiteren Fachkräften zusammenarbeiten
- Beratungen zu Gesundheitsförderung und Prävention durchführen
- diagnostische und therapeutische Maßnahmen dokumentieren
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit benötigst du in der Regel:
- einen mittleren Bildungsabschluss beziehungsweise Realschulabschluss
- oder einen Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung
Mitbringen solltest du außerdem:
- eine ärztliche Erstuntersuchungsbescheinigung, wenn du noch nicht volljährig bist
- ein ärztliches Attest über deine gesundheitliche Eignung
- unter Umständen ein Mindestalter von 17 Jahren
- gegebenenfalls ein erweitertes Führungszeugnis
- einen Nachweis über den Masernschutz für die Arbeit in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen
- handwerkliches Geschick, um während der Therapien gestalterische Techniken anwenden zu können
- Biologiekenntnisse, um zum Beispiel den Aufbau des menschlichen Körpers und damit verbundene Probleme leichter verstehen zu können
Wie läuft die Ausbildung zum Ergotherapeuten oder zur Ergotherapeutin ab?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet typischerweise nicht an einer Berufsschule, sondern an einer Berufsfachschule statt. Zusätzlich sammelst du praktische Erfahrungen in Rehabilitationseinrichtungen beziehungsweise Fachkliniken.
Lernfelder des Berufsfachschulunterrichts sind zum Beispiel:
- Fachsprache, Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten
- Grundlagen der Gesundheitslehre und Hygiene
- Biologie, beschreibende und funktionelle Anatomie, Physiologie
- Krankheitslehre
- Arzneimittellehre
- Erste Hilfe
- Psychologie und Pädagogik
- Handwerkliche und gestalterische Techniken mit verschiedenen Materialien
- Spiele, Hilfsmittel, Schienen und technische Medien
Lernfelder der Ausbildung in der Einrichtung sind zum Beispiel:
- psychosozialer (psychiatrischer/psychosomatischer) Bereich
- motorisch-funktioneller, neurophysiologischer oder neuropsychologischer Bereich
- arbeitstherapeutischer Bereich
Wenn du genauer wissen möchtest, welche Themen dich erwarten, kannst du hier die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und -therapeuten aufrufen.
Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung zum Ergotherapeuten oder zur Ergotherapeutin?
Nach deiner Ausbildung zum Ergotherapeuten oder zur Ergotherapeutin stehen dir verschiedene Einsatzmöglichkeiten offen. Willst du beruflich aufsteigen oder deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern? Dann kannst du dich durch Weiterbildungen auf spezielle Fachgebiete spezialisieren oder auf eine Führungsposition vorbereiten. 🚀
Typische Arbeitsbereiche und Unternehmen
- Krankenhäuser und Kliniken
- Praxen für Ergotherapie
- Gesundheitszentren
- Soziale Einrichtungen / Heime
- Sonderschulen
- Frühförderzentren
- Kurhotels mit Ergotherapieangebot
Beispiele für Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Fachwirt:in im Gesundheits- und Sozialwesen
- Betriebswirt:in für Management im Gesundheitswesen
- Qualitätsbeauftragte:r im Gesundheits-/Sozialwesen
- Studium: Ergotherapie
- Studium: Therapiewissenschaft
- Studium: Heilpädagogik
- Studium: Rehabilitations- und Sonderpädagogik
Genauere Informationen zu den genannten Möglichkeiten findest du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.
💡 Tipp: Möchtest du bereits während der Ausbildung studieren? Dann könnte dich der duale Studiengang Therapiewissenschaft interessieren.
Wenn du dich für ein Studium interessierst, solltest du checken, welche Voraussetzungen in deinem Bundesland gelten. In einigen Bundesländern ist es beispielsweise möglich, nach einer Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung zum Studium zugelassen zu werden.
Wo kannst du die Ausbildung zum Ergotherapeuten oder zur Ergotherapeutin machen?
Prüfe die Angebote in unserem Stellenmarkt sowie die Liste an Berufsfachschulen. Vielleicht findest du hier sowohl eine therapeutische Einrichtung als auch eine Schule und kannst den nächsten Schritt wagen 👉 Bewerbungen schreiben.
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Für deine Zukunft
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