Fachpraktiker:in im Malerhandwerk: Ausbildung und Aufgaben
Was ist eine Fachpraktiker-Ausbildung?
Wusstest du, dass es rund fünf verschiedene Arten von Ausbildungen gibt? Die Fachpraktiker-Ausbildung gehört zu den Ausbildungen mit Unterstützung. Sie richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigungen und legt den Schwerpunkt auf das praktische Lernen. Sie wird deshalb auch als „theoriereduzierte Ausbildung“ bezeichnet.
Welche Aufgaben hat ein:e Fachpraktiker:in im Malerhandwerk?
Als Fachpraktiker:in im Malerhandwerk arbeitest du beispielsweise in einem Maler- und Lackierbetrieb. Du kannst aber auch in anderen Bereichen eingestellt werden. Deine Möglichkeiten findest du weiter unten im Text. Zu deinen Aufgaben gehören je nach Einsatzbereich:
- Fassaden gestalten
- Innenräume gestalten
- Renovierungsarbeiten durchführen
- Untergründe streichen
- Farbtöne mischen 🌈
- Oberflächen aus Holz, Metall oder Kunststoff lackieren
- Fahrzeuge lackieren
- Lackschäden reparieren
- Benötigte Menge des Materials berechnen
Welche Berufsbezeichnungen sind nach der Ausbildung üblich?
Neben der Bezeichnung als „Fachpraktiker:in im Malerhandwerk“ gibt es noch andere Formulierungen. Die zuständigen Kammern verwenden vor allem:
- Fachpraktiker:in Maler und Lackierer:in
- Fachpraktiker:in für Maler und Lackierer
- Fachpraktiker:in für Fahrzeuglackierung
- Bau- und Metallmaler:in
Wie läuft die Ausbildung zur/zum Fachpraktiker:in im Malerhandwerk ab?
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. In dieser Zeit wirst du die Berufsschule besuchen und im Ausbildungsbetrieb praktische Erfahrungen sammeln. Möglich ist es auch, die Ausbildung in einer Einrichtung der beruflichen Rehabilitation zu machen.
Für die Fachpraktiker-Ausbildung gibt es keine Vorgaben, die einheitlich in ganz Deutschland gelten. Stattdessen hängt der Ablauf davon ab, was die zuständige Kammer festgelegt hat. Die folgenden Lernfelder nennt die Handwerkskammer Hannover in ihrer Regelung für Fachpraktiker im Malerhandwerk (PDF-Download):
- Gestalten von kundenorientierten Arbeitsprozessen
- Planen, Vorbereiten und Organisieren von Arbeitsaufgaben
- Einrichten, Sichern, und Räumen von Arbeitsplätzen
- Bedienen und Instandhalten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und Anlagen
- Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen sowie Bearbeiten von Bauteilen
- Prüfen, Bewerten und Vorbereiten von Untergründen
- Herstellen, Bearbeiten, Beschichten, Bekleiden, Gestalten und Instandhalten von Oberflächen
- Durchführen von Putzarbeiten, Dämmarbeiten und Trockenbauarbeiten
- Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen
- Übergeben der Leistungen an Kundinnen und Kunden
- Organisation des Ausbildungsbetriebes
- Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
- Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit
- Umweltschutz und Nachhaltigkeit
- Digitalisierte Arbeitswelt
Hinzu kommen besondere Lernfelder, die davon abhängen, welche Fachrichtung du wählst. Gegebenenfalls werden diese drei Schwerpunkte angeboten:
- Gestaltung und Instandhaltung
- Maler:in
- Fahrzeuglackierer:in
Genaueres über die genannten Lernfelder kannst du in der oben verlinkten Regelung der Handwerkskammer Hannover nachlesen.
Achtung Abschlussprüfungen: Bis zum Ende deiner Ausbildung erwarten dich zwei Prüfungsteile. Im ersten Teil wirst du unter anderem zeigen, dass du in der Lage bist, eine Oberfläche nach Farbplänen herzustellen. Dabei wendest du unterschiedliche Techniken an. Es folgt ein Fachgespräch im Umfang von ungefähr zehn Minuten. Außerdem hast du 90 Minuten Zeit, um einen schriftlichen Teil zu bearbeiten. ✍️
Auch der zweite Teil der Abschlussprüfung setzt sich aus einem praktischen Teil, einem Fachgespräch sowie schriftlichen Aufgaben zusammen. Der Umfang ist jedoch größer.
Welche Perspektiven hast du nach der Fachpraktiker-Ausbildung im Malerhandwerk?
Nach deiner Fachpraktiker-Ausbildung im Malerhandwerk arbeitest du laut der Bundesagentur für Arbeit typischerweise in diesen Bereichen oder Unternehmen:
- Maler- und Lackiererbetriebe
- Baubetriebe im Ausbaubereich
- Autolackierereien
Willst du beruflich aufsteigen oder deine Chancen verbessern? Dann kannst du schon während der Ausbildung Zusatzqualifikationen erwerben oder im Anschluss eine klassische duale Ausbildung beginnen. Prüfe dazu die Zugangsvoraussetzungen. Zur Auswahl stehen zum Beispiel:
- Maler:in und Lackierer:in der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung
- Fahrzeuglackierer:in
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