Heilerziehungspfleger:in: Ausbildung und Aufgaben
Was macht ein:e Heilerziehungspfleger:in im Berufsalltag?
In diesem Beruf bist du richtig, wenn du Menschen im Alltag begleiten möchtest. Du unterstützt Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit Behinderungen dabei, ihren Alltag sicher und möglichst selbstbestimmt zu meistern. 🦽 Dabei verbringst du viel Zeit im direkten Miteinander, denn zu deinen typischen Aufgaben zählen laut der Bundesagentur für Arbeit die folgenden:
- Menschen mit Behinderungen betreuen, pflegen und im Alltag unterstützen
- bei Körperpflege, Hygiene und Ankleiden helfen
- Selbstständigkeit und Teilhabe fördern
- Grundpflegemaßnahmen durchführen
- Medikamente nach ärztlicher Vorgabe verwalten und ausgeben
- hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen
- Entwicklungs- und Förderpläne erstellen und umsetzen
- pädagogische und therapeutische Maßnahmen anregen, organisieren und begleiten
- Freizeit-, musische und kreative Angebote planen und durchführen
- Gruppenmilieus schaffen, in denen sich alle wohlfühlen
- Menschen mit Behinderungen in Schule, Beruf und sozialem Umfeld unterstützen
- Angehörige beraten und begleiten
- Maßnahmen und besondere Vorkommnisse sorgfältig dokumentieren
- Öffentlichkeitsarbeit übernehmen, beispielsweise Veranstaltungen organisieren
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
In der Regel wird ein mittlerer Bildungsabschluss beziehungsweise ein Realschulabschluss vorausgesetzt. Darüber hinaus sind häufig praktische Vorerfahrungen nötig, zum Beispiel durch ein einjähriges Praktikum, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine bereits abgeschlossene Ausbildung im sozialen oder pflegerischen Bereich. Prüfe also am besten, was die (Berufs-)Fachschulen oder Kollegs in deinem Bundesland voraussetzen.
Erforderlich sind außerdem:
- ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung
- in bestimmten Fällen Nachweis über die Masernschutzimpfung
- Freude an der Arbeit mit Menschen
- Einfühlungsvermögen
- Kommunikations- und Teamfähigkeit
- Verantwortungsbewusstsein
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger:in ab?
Kennst du den Unterschied zwischen der dualen Berufsausbildung, der schulischen Ausbildung und der praxisintegrierten Ausbildung? Denn die Abgrenzung ist für deine Suche nach einem Ausbildungsplatz entscheidend. Das musst du wissen:
Bei der Ausbildung zum/zur Heilerziehungspflegerin handelt es sich nicht um eine duale Ausbildung. ☝️ Statt einer Berufsschule besuchst du eine Berufsfachschule, ein Kolleg oder eine Akademie.
Die Bezeichnungen, die du dir merken solltest, sind die „schulische Ausbildung“ und die „praxisintegrierte Ausbildung (PiA)“. In diesen zwei verschiedenen Formen ist die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger:in möglich. Anders als für die duale Ausbildung gibt es hierfür keine deutschlandweit einheitlichen Regelungen. Das betrifft unter anderem die Länge der Ausbildung:
Je nach Bundesland machst du deinen Abschluss nach zwei bis drei Jahren. Häufig wird sogar eine Teilzeitausbildung angeboten. In dem Fall verlängert sich die Dauer auf drei bis fünf Jahre.
Nun zur Unterscheidung der zwei möglichen Formen:
Im Falle der schulischen Ausbildung, wirst du fast nur in der Schule unterrichtet, nicht in einem festen Praxisbetrieb. Aus diesem Grund erhältst du in der Regel kein Gehalt. Das praktische Arbeiten lernst du meist in Blockpraktika und innerhalb eines Anerkennungsjahres. Im sozialen und pflegerischen Bereich wird häufig ausschließlich eine schulische Ausbildung angeboten. In diesem Fall hast du jedoch eine Alternative. 👇
Die praxisintegrierte Ausbildung (PiA) bietet dir von Beginn an eine Kombination aus schulischem und praktischem Lernen – ähnlich wie die duale Berufsausbildung. Du schließt sowohl einen Vertrag mit der Berufsfachschule als auch mit einem Unternehmen ab. Folglich bekommst du auch ein monatliches Gehalt. 💰
Ausbildungsablauf am Beispiel einer Fachschule in Delmenhorst
In Delmenhorst wird die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger:in vom Institut für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege (IWK) angeboten. Dort besuchst du in der Regel an zwei Tagen pro Woche den Unterricht. An den restlichen drei Wochentagen sammelst du praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb.
Im Unterricht erwarten dich die folgenden Themenfelder:
- Kommunikation und Zusammenarbeit
- Assistenz und Pflege
- Konzepte zur Personenzentrierung
- Erziehung, Bildung und Assistenz
- Entwicklung
- Management, Recht und Verwaltung
Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger:in?
Nach deiner Ausbildung zur Heilerziehungspfleger:in kann dich dein Weg in verschiedene Richtungen führen. Oft lohnt es sich, direkt nach der Ausbildung oder nach etwas Berufserfahrung Weiterbildungsangebote zu nutzen. Sie können es dir ermöglichen, dich auf spezielle Fachgebiete zu spezialisieren und beruflich aufzusteigen. 🚀
Typische Arbeitsorte und Arbeitsbereiche
- Inklusionskindergärten
- Schulen beziehungsweise Tagesbildungsstätten
- ambulant betreutes Wohnen
- Wohnheime und Wohngruppen
- psychiatrische Hilfe beziehungsweise Kinder- und Jugendpsychiatrien
- Jugendhilfe
Beispiele für Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Heilerziehungspfleger:in für Psychiatrie
- Fachwirt:in im Erziehungswesen
- Fachwirt:in im Gesundheits- und Sozialwesen
- Studium: Heilpädagogik
- Studium: Rehabilitations- und Sonderpädagogik
- Studium: Gesundheits- und Rehabilitationspsychologie
- Studium: Soziale Arbeit
Wie viel verdienst du während der Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger:in?
Absolvierst du die Ausbildung in der oben beschriebenen praxisintegrierten Form, orientiert sich das Gehalt am Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, dem TVAöD Pflege. Danach erhalten Heilerziehungspfleger:innen 2025 im …
- Ausbildungsjahr: 1.416 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.477 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.578 Euro
und ab Mai 2026 im …
- Ausbildungsjahr: 1.491 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.552 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.653 Euro
Wo kannst du die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspfleger:in machen?
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