Kraftfahrzeugmechatroniker:in: Ausbildung und Aufgaben

Was macht ein:e Kfz-Mechatroniker:in im Berufsalltag?

Kfz-Mechatroniker:innen kümmern sich um die Ausrüstung, Umrüstung und Instandhaltung von Fahrzeugen – vom Motorrad über das E-Auto bis zum Lkw. Sie reparieren und montieren Bauteile, führen Fehlerdiagnosen durch und prüfen beispielsweise Fahrerassistenzsysteme. Auch der Wechsel von Schmierstoffen und Brems- bzw. Hydraulikflüssigkeit gehören zu ihren Aufgaben, genauso wie das Kontrollieren der Verkehrssicherheit. 🚗

In der Ausbildung lernst du als Lehrling alles Schritt für Schritt. 

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Betrachtet man jedoch aktuelle Stellenanzeigen, liest man einige Voraussetzungen öfter. Die Betriebe wünschen sich von ihren Auszubildenden: einen guten Haupt- oder Realschulabschluss, technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Sorgfalt und Interesse an Fahrzeugtechnik sowie logisches Denkvermögen bei der Fehlersuche und -behebung. 🧠

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Kfz-Mechatroniker:in ab?

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und findet sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt.  

Was dich bis zur endgültigen Abschlussprüfung erwartet, haben wir in den nächsten Abschnitten zusammengefasst. 

Die abgebildeten Themen sind wichtig für den ersten und zweiten Teil der Abschlussprüfung und vor allem für das spätere Berufsleben als Kfz-Mechatroniker:in. Wenn du wissen möchtest, was sich ganz genau hinter den Themen verbirgt, kannst du hier die Verordnung zur Ausbildung herunterladen. Darin findest du Tabellen, in denen die genannten Themen und Skills genauer beschrieben werden. 

Wähle zwischen diesen Schwerpunkten

In den ersten beiden Jahren lernst du die gleichen Grundlagen wie alle Auszubildenden. Ab dem dritten Jahr spezialisierst du dich auf einen der folgenden Bereiche. ⚙️

Personenkraftwagentechnik 

Du spezialisierst dich auf Pkw und vertiefst deine Kenntnisse besonders in den Bereichen Motoren- und Abgastechnik, Komfortsysteme sowie Fahrerassistenzsysteme. Du lernst, wie du komplexe Systeme prüfst, zum Beispiel Klimaanlagen, Automatikgetriebe oder Sicherheitssysteme. Auch die Beurteilung von Brems-, Federungs- und Dämpfungssystemen steht im Fokus. 🔧

Nutzfahrzeugtechnik 

Als Kfz-Mechatroniker:in mit diesem Schwerpunkt konzentrierst du dich auf die Arbeit an Nutzfahrzeugen wie Lkw oder Bussen. Du lernst, wie du Antrieb, Fahrwerk, Bremsen, Druckluftsysteme, hydraulische Systeme und Aufbauten prüfst und instand setzt. Auch bewegliche oder zusätzliche Einrichtungen wie Feuerwehrleitern werden kontrolliert und bei Bedarf repariert.

Motorradtechnik 

Du kümmerst dich um Krafträder aller Art und lernst, sie zu produzieren, zu prüfen und zu reparieren – ob Chopper, Sport- oder Motocrossbikes. Dazu lernst du, wie du deren Antriebs-, Fahrwerks-, Brems- und Beleuchtungssysteme prüfst, funktionsfähig machst und an individuelle Anforderungen anpasst. Auch das Warten von Motoren sowie das Überprüfen von sicherheitsrelevanten Bauteilen gehören zu deinen Aufgaben. 

System- und Hochvolttechnik 

Als Kfz-Mechatroniker:in mit dem Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik arbeitest du an Fahrzeugen mit Verbrennungs-, Hybrid- und Elektroantrieb. Du lernst, wie du Hochvolt- und Bordnetzanlagen prüfst, Antriebsaggregate analysierst und elektronische, mechanische sowie vernetzte Systeme instand setzt. Auch das sichere Arbeiten an Hochvoltsystemen und das Anwenden spezieller Diagnoseverfahren gehören zu deinem Ausbildungsprofil. 

Karosserietechnik 

Hier dreht sich alles um die Fahrzeughülle: Du lernst, wie du Schäden an Karosserie, Rahmen und Anbauteilen feststellst, misst und behebst. So sollst du beispielsweise bestimmen können, wie stark der Rahmen eines Autos nach einem Unfall verzogen ist, die Tiefe von Dellen ermitteln und die Teile wieder in Form bringen. Bei der Arbeit an Karosserieteilen setzt du außerdem Löt-, Schweiß-, Niet- und Klebetechniken ein, pflegst die Lackoberfläche und führst Korrosions- und Oberflächenschutzmaßnahmen durch.

Aufbau der Abschlussprüfungen zum/zur Kfz-Mechatroniker:in

Der erste Teil der Abschlussprüfung findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Der Prüfungsteil setzt sich zusammen aus:

  • einer praktischen Arbeitsaufgabe mit kurzem Fachgespräch: maximal drei Stunden 
  • einem schriftlichen Teil: maximal zwei Stunden

Bei der Prüfung dreht sich alles um den Bereich Serviceauftrag. Dabei sollst du an mindestens einem der folgenden Systeme zeigen, was du gelernt hast: 

  • Bordnetzsystem 
  • Beleuchtungssystem 
  • Ladestromsystem 
  • Startsystem 
  • Bremsmechanik 

Genauer gesagt sollst du:   

  • Messungen und Prüfungen durchführen 
  • dabei Fehler, Störungen und deren Ursachen feststellen 
  • Mess- oder Prüfprotokolle anfertigen 
  • eine fahrzeugtechnische Baugruppe demontieren, warten und montieren  
  • eine Dokumentation erstellen 

Der zweite Prüfungsteil findet nach den dreieinhalb Jahren statt und setzt sich zusammen aus den folgenden Aufgaben: 

  • Kundenauftrag mit Fachgespräch:
  • Kraftfahrzeug- und Instandhaltungstechnik:
  • Diagnosetechnik:
  • Wirtschafts- und Sozialkunde:

Du hast bestanden, wenn du in beiden Prüfungsteilen zusammen mindestens „ausreichend“ abgeschnitten hast. Im Bereich „Kundenauftrag“ und in zwei weiteren Prüfungsbereichen von Teil 2 brauchst du ebenfalls mindestens „ausreichend“. In Teil 2 darf kein Bereich mit „ungenügend“ bewertet sein. Hast du in einem schriftlichen Teil schlechter als „ausreichend“ abgeschnitten, kannst du eine mündliche Zusatzprüfung beantragen. 💡

Wie viel verdienst du während der Ausbildung zum/zur Kfz-Mechatroniker:in?

Die Vergütung variiert je nach Tarifgebiet. Für eine konkrete Auskunft lohnt sich der Blick auf die Seite der jeweiligen Innung oder Handwerkskammer. In Niedersachsen erhalten die Auszubildenden nach Angaben der Handwerkskammer Hannover ab dem 1. Juli 2025 die folgenden Ausbildungsvergütungen: 

  1. Lehrjahr 1.070,00 Euro
  2. Lehrjahr 1.140,00 Euro
  3. Lehrjahr 1.260,00 Euro
  4. Lehrjahr 1.300,00 Euro

Ab dem 1. August 2026 erhöhen sich die Beträge auf: 

  1. Lehrjahr 1.105,00 Euro
  2. Lehrjahr 1.178,00 Euro
  3. Lehrjahr 1.302,00 Euro
  4. Lehrjahr 1.343,00 Euro

Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung?

🚩 Nach der Ausbildung stehen dir als Kfz-Mechatroniker:in viele Wege offen. Du kannst in Kfz-Werkstätten, bei Automobilherstellern, Zulieferern oder in Unternehmen mit eigenem Fuhrpark arbeiten – überall dort, wo Fahrzeuge instandgehalten oder in Betrieb genommen werden. 

Verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten eröffnen zusätzliche Türen, etwa die zur Führung des eigenen Betriebs. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, nach der Ausbildung einen Meister im Kfz-Handwerk zu machen. Das befähigt nicht nur zur Leitung des eigenen Betriebs, sondern auch dazu, Azubis auszubilden oder ein Studium zu starten – auch ohne Abi. 

Wo kannst du die Ausbildung zum/zur Kfz-Mechatroniker:in machen?

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