Notarfachangestellte:r: Ausbildung und Aufgaben

Was macht ein:e Notarfachangestellte:r im Berufsalltag?

Wie wird ein Ehevertrag oder Testament rechtsgültig? Als Notarfachangestellte:r bist du mittendrin, wenn es um solche wichtigen Dokumente geht. Du nimmst die Anliegen der Mandantinnen und Mandanten entgegen, erklärst, welche Unterlagen nötig sind, und entwirfst die passenden Schriftstücke. So unterstützt du Notarinnen und Notare bei der Abwicklung ihrer Beurkundungstätigkeit. 📜 

Zu deinen typischen Aufgaben gehören laut der Bundesagentur für Arbeit: 

  • Mandantinnen und Mandanten betreuen, über nötige Unterlagen informieren und deren Anliegen klären 
  • Beurkundungs- und Vollzugsaufträge entgegennehmen
  • erforderliche Unterlagen von Behörden oder Gerichten anfordern
  • Besprechungstermine vorbereiten und mit Mandantinnen, Mandanten sowie Beteiligten koordinieren
  • Schriftstücke und Urkundenentwürfe erstellen, beispielsweise Vollmachten, Erbscheinanträge, eidesstattliche Versicherungen
  • Gebühren berechnen, Kosten- und Honorarrechnungen stellen, Zahlungseingänge überwachen und verbuchen
  • Führungs- und Verwaltungstätigkeiten übernehmen: zum Beispiel Akten und Register führen, Urkundenrollen verwalten, abgeschlossene Vorgänge archivieren

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss für die Ausbildung zur/zum Notarfachangestellten vorgeschrieben. Allerdings stellen die Betriebe laut der Bundesagentur für Arbeit vor allem Ausbildungsanfänger:innen mit Hochschulreife ein. 

Mitbringen solltest du: 

  • eine ärztliche Erstuntersuchungsbescheinigung, wenn du unter 18 Jahre alt bist
  • den Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb, um an der Schule aufgenommen zu werden
  • gute Grammatikkenntnisse und sichere Rechtschreibung, um Verträge und Schriftstücke zu erstellen
  • Sorgfalt und die Fähigkeit zum vertraulichen Umgang mit Informationen
  • mathematisches Verständnis, beispielsweise um Kosten und Zinsen zu berechnen

Wie läuft die Ausbildung zur/zum Notarfachangestellten ab?

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Du bewirbst dich in der Regel bei einem Notariat. Dort sammelst du deine praktischen Erfahrungen. In der Berufsschule erhältst du das theoretische Wissen, das du für deine Arbeit brauchst. 

Welche Lernfelder dich bis zu den Abschlussprüfungen konkret erwarten, zeigen wir dir in der Grafik. 

Wenn du genauer wissen möchtest, welche Fertigkeiten die Lernfelder umfassen, kannst du hier den Rahmenlehrplan (für den schulischen Teil) und die Ausbildungsverordnung (für den betrieblichen Teil) aufrufen. 

Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung zur/zum Notarfachangestellten?

Nach der Ausbildung arbeiten Notarfachangestellte typischerweise in Notariaten oder in kombinierten Rechtsanwaltskanzleien mit Notariat. 

Um beruflich aufzusteigen und dich auf bestimmte Fachgebiete zu spezialisieren, kann es sich lohnen, nach der Ausbildung oder nach etwas Berufserfahrung Weiterbildungsangebote zu nutzen. 🚀 

Beispiele für Weiterbildungsmöglichkeiten: 

  • Notarreferent:in
  • Notarfachwirt:in
  • Rechtsfachwirt:in
  • Fachwirt:in für Büro- und Projektorganisation
  • Bachelor Professional im Notariat
  • Berufsspezialist:in für das Notariat
  • Betriebsfachwirt:in für Recht
  • Studium: Recht im Notariat
  • Studium: Rechtswissenschaft
  • Studium: Wirtschaftsrecht
  • Studium: Öffentliches Recht

Tiefergehende Informationen zu den einzelnen Weiterbildungsangeboten findest du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit


💡 Tipp: Zwei sehr ähnliche Ausbildungen könnten dich ebenfalls interessieren: Wenn du dich zusätzlich auf die Arbeit in einer Rechtsanwaltskanzlei vorbereiten willst, kommt für dich auch die Ausbildung zum/zur Rechts- und Notarfachangestellten infrage. Wenn du dich auf die Arbeit in einer Rechtsanwaltskanzlei fokussieren möchtest, ohne notarielle Tätigkeiten, dann passt die Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten zu dir. 


Wie viel verdienst du während der Ausbildung zur/zum Notarfachangestellten?

Die Höhe deines Gehalts legt dein Notar oder deine Notarin zu Beginn der Ausbildung gemeinsam mit dir fest. Üblicherweise orientieren sich Notariate an den Vergütungsempfehlungen der Notarkammern. Diese Empfehlungen unterscheiden sich je nach Region. 💰 

Gehaltsempfehlungen je nach Region und Kammer 

Beispiel Sachsen (Stand 2025):

  • 1. Ausbildungsjahr: 1.164 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.209 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.250 Euro

Beispiel Koblenz (Stand März 2025): 

  • 1. Ausbildungsjahr: 1.100 bis 1.300 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.200 bis 1.400 Euro
  • Ausbildungsjahr: 1.300 bis 1.500 Euro

Beispiel Hamburg (ab August 2026): 

  • 1. Ausbildungsjahr: 1.300 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.400 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.500 Euro

Wo kannst du die Ausbildung zur/zum Notarfachangestellten machen?

Prüfe die Angebote in unserem Stellenmarkt. Vielleicht findest du dort ein passendes Notariat und/oder eine passende Kanzlei. 🤞  

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