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BWL-Handwerk

Alles zum dualen BWL-Studium mit der Fachrichtung Handwerk: Aufbau, Inhalte, Perspektiven und mehr.

Der Studiengang Betriebswirtschaftslehre mit der Fachrichtung Handwerk kombiniert praktisches und tiefgehendes theoretisches Lernen. Das Besondere an der dualen Form: Du wirst darauf vorbereitet, auch ohne Lehre und Meister eine Führungsposition einnehmen zu können.

Abschlüsse nach dem dualen Studium BWL-Handwerk

Du kannst nebenbei eine betriebliche Ausbildung machen, musst es aber nicht. Das duale Studium BWL–Handwerk ist darauf ausgelegt, dich über umfangreiche Praxisphasen und Theorie auf eine Führungsposition im Handwerk vorzubereiten.

Entscheide also, welche Abschlüsse am besten zu deinen persönlichen Zielen passen:

  • Bachelor of Arts 🎓
  • Bachelor of Arts mit anschließender Meisterprüfung (falls du vorher schon eine Ausbildung abgeschlossen hast) 🎓
  • Bachelor of Arts und Gesellenprüfung (seltener) 🎓

Aufbau des dualen Studiums BWL–Handwerk

Das Studium BWL-Handwerk dauert drei Jahre. Ein Halbjahr wird im Studium als Semester bezeichnet. In jedem der sechs Semester studierst du jeweils zwölf Wochen und sammelst zwölf Wochen praktische Erfahrungen in einem Betrieb.

Kombinierbare Handwerks-Gewerke sind zum Beispiel:

  • Malerei 🪣
  • Bäckerei 🥖
  • Kraftfahrzeug-Gewerbe (Kfz-Gewerbe) 🛻
  • Tischlerei / Schreinerei 🪑

und viele mehr

Inhalte und Module im dualen Studium BWL–Handwerk

Aus dem Rahmenlehrplan der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart gehen die folgenden Module hervor:

Erstes und zweites Semester

  • Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
  • Technik der Finanzbuchführung
  • Wertschöpfungsprozess im Handwerk
  • Wirtschaftsenglisch I
  • Grundlagen der Volkswirtschaftslehre und Mikroökonomik
  • Bürgerliches Recht
  • Mathematik und Statistik
  • Schlüsselqualifikationen I: zum Beispiel wissenschaftliches Arbeiten
  • Unternehmensrechnung
  • Wahlfächer: Prozessmanagement, Internationales Management, Dienstleistungsprojektmanagement, Bau/Ausbau, Automotive, Food

Drittes und viertes Semester:

  • Bilanzierung und Besteuerung
  • Unternehmenssteuerung und -analyse im Handwerk
  • Management betrieblicher Risiken im Handwerk
  • Wirtschaftsenglisch II
  • Makroökonomik
  • Wirtschaftsrecht
  • Schlüsselqualifikationen II, zum Beispiel Forschungsmethoden
  • Personalwirtschaft, Organisation und Projektmanagement
  • Wahlfächer: Grundlagen des Prozessmanagements, Grundlagen Internationalisierung, Marketing- und Kundenorientierung als Basis der Projektakquisition, Bautechnik, Grundlagen im Kfz-Gewerbe, Grundlagen der Ernährungswissenschaften

Fünftes und sechstes Semester:

  • Integriertes Management
  • Unternehmertum und Unternehmensnachfolgeplanung im Handwerk
  • Spezielle Rechtsfragen im Handwerk
  • Digitalisierung im Handwerk
  • Integrationsseminar zu Branchenthemen
  • Wirtschaftspolitik
  • Schlüsselqualifikationen III, zum Beispiel Fallstudien
  • Wahlfächer: Anwendungen des Prozessmanagements, Spezielle Aspekte der Internationalisierung, Projektsteuerung und -kontrolle, Baumanagement, Service und Vertrieb im Kfz-Gewerbe, Lebensmittelrecht und -technologie

Voraussetzungen für das duale Studium BWL-Handwerk

Mit allgemeiner oder fachgebundener Hochschulreife sowie einem Studienvertrag erfüllst du die allgemeinen Anforderungen. Aber auch auf anderen Wegen kannst du zugelassen werden. Hast du die Fachhochschulreife, ist lediglich ein Eignungstest nötig. Falls du schon eine Meisterprüfung oder eine gleichwertige Fortbildung, zum Beispiel zum/zur Fachwirt:in, bestanden hast, kannst du ebenfalls zugelassen werden.

Empfohlen wird außerdem die Teilnahme an einem Vorkurs in Mathematik.

💡Tipp von Prof. Dr. Michael Knittel, dem Leiter des Studiengangs an der DHBW Stuttgart:

Viele Studierende bleiben im Lernfluss und steigen direkt nach dem Abi ein. Das Studium deckt Teile der Meisterprüfung ab – und wer will, kann später auch noch einen berufsbegleitenden Master anhängen.

Karriere und Perspektiven nach dem dualen Studium BWL–Handwerk

Entscheidest du dich, nach Ende des Studiums die Meisterprüfung abzulegen, genießt du den folgenden Vorteil: Durch das Studium samt Ausbildereignungsprüfung wirst du automatisch von den Prüfungsteilen III (kaufmännische und rechtliche Kenntnisse) und IV (Ausbildereignung) befreit. Dazu musst du allerdings eine Handwerksausbildung abgeschlossen haben.

Doch mit dem dualen Abschluss sollst du auch ohne Lehre und Meisterbrief schnell viel Verantwortung übernehmen – in erster Linie in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU). Da die Zahl der Existenzgründungen wächst und viele Betriebe qualifizierte Führungskräfte oder Nachfolger suchen, bist du mit diesem Abschluss sehr gefragt, erklärt die DHBW Stuttgart.

Du übernimmst vor allem leitende kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Tätigkeiten, zum Beispiel als Führungskraft oder Inhaber:in eines handwerklichen oder dienstleistungsorientierten KMU.

Deine Perspektiven im Überblick:

  • Leitungsaufgaben in Handwerksbetrieben
  • Einstieg oder Übernahme eines kleineren oder mittelständischen Unternehmens
  • Übernahmeverantwortung in Familienbetrieben
  • Meisterprüfung ablegen
  • Masterstudium anhängen, etwa zum Master of Business Administration (MBA)

Vergütung und Kosten während des dualen Studiums BWL-Handwerk

Für das Studium musst du einen Semesterbeitrag zahlen. Nach Angaben der DHBW Stuttgart erhältst du aber mindestens 600 Euro pro Monat, auch in Theoriephasen.

Die genaue Vergütung richtet sich nach den jeweiligen Branchen und Tarifbereichen.

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