Geodäsie und Geoinformatik
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Während des dualen Studiums Geodäsie und Geoinformatik – an manchen Hochschulen auch als Geomatik oder Geoinformatik und Vermessung bezeichnet – befasst du dich mit der Vermessung der Welt. Du lernst, wie die Erdoberfläche, inklusive Grundstücksgrenzen, analysiert und kartiert wird, auch mit KI-Methoden. So entstehen Stadtpläne und Landkarten, die unter anderem als Grundlage für Bauprojekte oder Umweltmaßnahmen genutzt werden können. Im dualen Modell sind Theorie und Praxis eng miteinander verbunden, sodass du bereits mit einem Bein im Berufsleben stehst und früh Verantwortung übernehmen kannst. 🗺️
Abschlüsse nach dem dualen Studium Geodäsie und Geoinformatik
Je nach Hochschule und Modell des dualen Studiums erlangst du die folgenden Abschlüsse:
- Bachelor of Science 🎓
- oder: Bachelor of Engineering 🎓
- oder: Bachelor + Ausbildungsabschluss als Vermessungstechniker:in
Aufbau des dualen Studiums Geodäsie und Geoinformatik
In der Regel dauert der duale Studiengang Geodäsie und Geoinformatik sechs bis sieben Semester, je nach Hochschule und integrierter Ausbildung. Achten solltest du auf die Bezeichnung als praxisintegrierendes oder ausbildungsintegrierendes Studium.
Bewirbst du dich auf ein praxisintegrierendes duales Studium, durchläufst du keine vollständige Ausbildung, aber intensive Praxisphasen. Bewirbst du dich auf ein ausbildungsintegrierendes duales Studium, absolvierst du eine vollständige Ausbildung und legst eine Abschlussprüfung ab.
In beiden Fällen wirst du auf den unmittelbaren Berufseinstieg vorbereitet. Ablaufen kann das folgendermaßen – hier am Beispiel der Leibniz Universität Hannover:
Auf jedes Theoriesemester folgt eine vorlesungsfreie Zeit, die du in deinem Ausbildungsbetrieb verbringst. Studierst du an der Leibniz Universität Hannover, absolvierst du deine Ausbildung beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN).
Auch an anderen Hochschulen ist es üblich, dass der Studiengang mit einer Ausbildung bei einer Behörde wie einem Landesamt für Vermessung beziehungsweise einem Katasteramt kombiniert wird. Außerdem kommen Betriebe wie Vermessungsbüros als Kooperationspartner infrage.
Theorie an der Hochschule: Module und Inhalte
Während deiner Studiensemester erwarten dich typischerweise Module wie:
- Mathematik für Ingenieurswissenschaften
- Physikalische Geodäsie
- Informatik für Ingenieurinnen und Ingenieure
- Digitale Bildverarbeitung
- Photogrammetrie
- Sensorik
Über Wahlpflichtmodule kannst du persönliche Schwerpunkte setzen und dich so auf deine Interessensfelder spezialisieren. Angeboten werden je nach Hochschule beispielsweise:
- Hydrographie
- Architekturphotogrammetrie
- Technikrecht
- Land- und Dorfentwicklung
- Grundstückswertermittlung
- Künstliche Intelligenz und Machine Learning
- 3D-Stadt- und Gebäudemodelle
Praxis während des dualen Studiums
In den Praxisphasen wendest du das an, was du in den Studienphasen gelernt hast. Laut dem LGNL erwarten dich Aufgaben wie:
- Geodaten erfassen
- Geoinformationssysteme verwenden
- Lage- und Höhenvermessungen durchführen
- Bau-, Bauwerks- und Industrievermessungen durchführen
- Messdaten auswerten
Zusätzlich sind einige Hochschulveranstaltungen praktisch ausgerichtet. So eignest du dir in bestimmten Übungen grundlegende Methoden und Fertigkeiten an oder bearbeitest Projekte mit deinen Mitstudierenden.
Voraussetzungen für das duale Studium Geodäsie und Geoinformatik
Für das duale Studium brauchst du in der Regel eine Hochschulzugangsberechtigung, also:
- Abitur
- Fachabitur
- oder einen gleichwertigen Abschluss – abhängig von den Vorgaben des Bundeslandes
Für deine Bewerbung bei der Hochschule musst du häufig zuerst ein Partnerunternehmen oder eine Partnerinstitution gefunden haben. Informiere dich am besten auf der Seite deiner Wunschhochschule über die genauen Zulassungsvoraussetzungen.
Karriere und Perspektiven nach dem dualen Studium Geodäsie und Geoinformatik
Mit einem dualen Abschluss bist du vielseitig einsetzbar – sowohl in Unternehmen wie Ingenieurbüros als auch in Behörden der öffentlichen Verwaltung.
Nach dem dualen Studium arbeitest du zum Beispiel bei:
- Vermessungsverwaltungen / Vermessungsämtern
- Verwaltungen für ländliche Entwicklung
- Kommunalen Verwaltungen wie städtische Vermessungs- und Planungsämter
- Unternehmen mit große Liegenschaftsbesitz, zum Beispiel Banken oder Kirchen
Mögliche Tätigkeiten und Tätigkeitsfelder sind:
- Industrie- und Ingenieurvermessung
- Umweltüberwachung und -schutz
- Auswertung von Satelliten- und Luftbildern
- führende Position im Management
- Außendienst als Truppführer:in
- Innendienst, etwa als Verantwortliche:r für die Vorbereitung von Wertgutachten
Vergütung und Kosten während des dualen Studiums Geodäsie und Geoinformatik
Viele Hochschulen erheben Studiengebühren und oder einen Semesterbeitrag. Häufig werden die Kosten jedoch vom Praxispartner übernommen.
Hier zeigt sich der große Vorteil eines dualen Studiums: Da du im Unternehmen arbeitest, erhältst du in der Regel eine Ausbildungs- oder Praxisvergütung, die sich an dem orientiert, was auch Auszubildende ohne duales Studium erhalten. Das LGLN nennt beispielsweise ein monatliches Studienentgelt in Höhe von 1.550 Euro brutto (seit 2025).