Pflege
Wie kann man einen Beruf, der so von der Praxis lebt, studieren? Und was lernt man dabei genau? Antworten darauf liefern dir die nächsten Abschnitte.
Abschlüsse nach dem Pflege-Studium
Der offensichtlichste Vorteil: Nach dem dualen Pflegestudium hast du in der Regel gleich zwei Abschlüsse in der Tasche:
- den Bachelor of Science 🎓
- und den Berufsabschluss als Pflegefachmann/-frau
Aufbau des dualen Pflege-Studiums
Seit 2020 gibt es die hochschulische Pflegeausbildung, die von den Hochschulen meist als „Duales Studium Pflege“ angeboten wird. Sie dauert drei bis dreieinhalb Jahre und soll dich zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen befähigen, genau wie die Ausbildung. Das Studium bietet dir allerdings einen tiefgehenden Theorieteil.
Gleichzeitig kommt die Praxis nicht zu kurz. Dazu organisiert deine Hochschule Praxisphasen, etwa bei Partnereinrichtungen, mit denen sie kooperiert. Oder aber du sammelst deine praktischen Erfahrungen in einem Betrieb, mit dem du einen Ausbildungsvertrag abschließt. Checke am besten rechtzeitig auf der Hochschulseite, wie das dort geregelt wird.
Inhalte und Module im dualen Pflege-Studium
Das Studium ist genrealistisch gestaltet. Das heißt, du studierst nicht entweder Kinderkrankenpflege (Pädiatrie) oder Altenpflege, sondern erwirbst dein Wissen und deine Erfahrungen in allen Bereichen. Je nach Studienmodell verbringst du deine Praxiseinsätze in
- Krankenhäusern
- Pflegeeinrichtungen
- im ambulanten Bereich
- in einer Psychiatrie
Verteilt auf die sechs bis sieben Semester erwarten dich typischerweise Module zu den folgenden Themenbereichen:
- Pflegewissenschaft und Forschungsmethoden
- humanwissenschaftliche Grundlagen, etwa zur körperlichen und psychischen Gesundheit
- sozialwissenschaftliche Grundlagen, etwa erweiterte Heilkunde
- Pflegepraxis
- Ethik
- Kommunikation und Beratung
Karriere und Perspektiven nach dem dualen Pflege-Studium
Als hochschulisch qualifizierte Pflegefachperson übernimmst du mehr Verantwortung, denn im Studium wurdest du auf Folgendes vorbereitet:
- Pflege besonders komplexer Fälle
- Beratung von Patient:innen und Angehörigen
- Übertragung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis
- Entwicklung und Umsetzung neuer Pflegekonzepte
- Tätigkeit als Praxisanleitung
Nach dem Hochschulabschluss hast du die Chance, eine aktive Rolle in der Weiterentwicklung der Pflegewissenschaft, Pflegepraxis und Pflegepädagogik einzunehmen. Dir steht auch die Möglichkeit offen, in einer Führungsposition oder in der Forschung und Lehre zu arbeiten. Ebenfalls möglich: Eine Karriere in der Krankenkasse, in einem Berufs- oder Trägerverband oder im öffentlichen Gesundheitswesen.
Und die Krönung: Ein Doktortitel – dazu kannst du nach dem Bachelor ein Masterstudium anhängen und anschließend promovieren.
Nice to know: Seit 2024 gibt es übrigens die Möglichkeit der Heilkundeübertragung – Pflegefachpersonen dürfen etwa bei chronischen Wunden, Demenz oder Diabetes bestimmte Tätigkeiten übernehmen, die bisher nur der Medizin vorbehalten waren.
💡 Tipp: Für dich kommt vielleicht doch eher die klassische Ausbildung infrage? Alles darüber erfährst du im Beitrag Pflegefachmann/-frau: Ausbildung und Aufgaben. Zusätzliche Einblicke in die Ausbildung liefert dir der Interviewbeitrag „Real Talk Ausbildung: Pflegefachkraft“ im Reiter Azubi-Info.
Vergütung und Kosten während des dualen Pflege-Studiums
Du erhältst während des gesamten dualen Pflegestudiums mit dem Ziel der Berufszulassung eine Ausbildungsvergütung, genau wie klassische Auszubildende in der Pflege.
Öffentliche Einrichtungen orientieren sich laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) am TVAöD – Pflege (Stand 2024):
- Jahr: 1.340,69 Euro
- Jahr: 1.402,07 Euro
- Jahr: 1.503,38 Euro
Private oder kirchliche Träger können abweichend zahlen.
Was kostet das Studium?
Je nach Hochschulen können Studienkosten in unterschiedlicher Höhe anfallen. An der Hochschule Bielefeld beträgt der Semesterbeitrag beispielsweise 338 Euro. Unter Umständen werden die Kosten aber von deinem Praxisunternehmen übernommen.
Mögliche Hochschulen
Baden-Württemberg
Evangelische Hochschule Ludwigsburg
Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart
Bayern
Technische Hochschule Deggendorf
Hochschule für angewandte Wissenschaften Hof am Lernort Bamberg
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten
Hochschule München – Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften
Katholische Stiftungshochschule München
Evangelische Hochschule Nürnberg
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Technische Hochschule Rosenheim
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Berlin
Alice Salomon Hochschule Berlin
Evangelische Hochschule Berlin
Brandenburg
Brandenburgische Technische Universität
Hochschule für Gesundheitsfachberufe Eberswalde (HGE)
Bremen
Hamburg
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Hessen
Frankfurt University of Applied Sciences
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften
Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Göttingen
Nordrhein-Westfalen
Hochschule Bochum (Gesundheitscampus)
Fliedner-Fachhochschule Düsseldorf
Universitätsklinikum Essen (Institut für Didaktik in der Medizin)
Hochschule Niederrhein in Krefeld
Rheinland-Pfalz
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen
Sachsen
Evangelische Hochschule Dresden
Duale Hochschule Sachsen (Staatliche Studienakademie Plauen)
Sachsen-Anhalt
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg