Tischler:in: Ausbildung und Aufgaben
💡 Hinweis: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Tischlern / Tischlerinnen und Schreinern / Schreinerinnen? Die Antwort lautet: Es gibt keinen. Beide Bezeichnungen meinen denselben Beruf. In Norddeutschland wird üblicherweise von Tischlerinnen und Tischlern gesprochen, im Süden eher von Schreinerinnen und Schreinern.
Was macht ein:e Tischler:in im Berufsalltag?
Als Tischler:in beziehungsweise Schreiner:in nutzt du deine Kreativität, um Möbel, Türen, Fenster und Innenausbauten aus Holz und Holzwerkstoffen zu fertigen. Du planst, misst aus, entwirfst und setzt Projekte handwerklich und mit moderner Technik um, von der ersten Skizze bis zur Montage vor Ort. Dabei verbindest du präzises Arbeiten, Materialkenntnis und technisches Verständnis.
Zu deinen typischen Aufgaben gehören laut der Bundesagentur für Arbeit: Kundenwünsche aufnehmen, Maß nehmen und Entwürfe sowie technische Zeichnungen erstellen
- Skizzen und Modelle anfertigen und dazu branchenspezifische CAD-Software nutzen
- Holz und Holzwerkstoffe zusägen, hobeln, fräsen, bohren und schleifen 🪚
- CNC-und Holzbearbeitungsmaschinen einrichten und bedienen
- Holzverbindungen herstellen, zum Beispiel mit Dübeln, Zapfen, Zinken, Schrauben oder Scharnieren
- Möbel, Türen, Fenster und Innenausbauelemente fertigen und zusammenbauen 🚪
- Oberflächen behandeln, zum Beispiel schleifen, beizen, lasieren, lackieren oder furnieren
- Beschläge, Schienen, Griffe, Fachböden und Zwischenwände montieren
- Bauteile und Möbel bei Kundinnen und Kunden oder auf der Baustelle einbauen
- Fenster, Türen, Treppen, Einbauküchen oder Bodenbeläge montieren und prüfen
- Möbel reparieren, restaurieren oder instand setzen ⚒️
- Werkzeuge und Maschinen pflegen und warten
- fertige Arbeiten prüfen, dokumentieren und an Kundinnen sowie Kunden übergeben
- Kundinnen sowie Kunden beraten, Pflegehinweise geben und Reklamationen bearbeiten
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen
Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung zur/zum Tischler:in nicht vorgeschrieben.
Mitbringen solltest du:
- eine ärztliche Erstuntersuchungsbescheinigung, wenn du noch nicht volljährig bist
- den Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb, um an der Schule aufgenommen zu werden
- handwerkliches Geschick
- mathematisches Verständnis 📐
- Interesse an Chemie und Physik, um das Material nach seinen Eigenschaften zu unterscheiden und auszuwählen
Wie läuft die Ausbildung zur/zum Tischler:in ab?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
In der Berufsschule erhältst du das theoretische Wissen, das du für deine Arbeit brauchst. Im betrieblichen Teil der Ausbildung sammelst du praktische Erfahrungen in Werkstätten, auf Baustellen, beim Kunden und in Büroräumen.
In der Berufsschule lernst du zum Beispiel:
- einfache Produkte aus Holz herzustellen 🪵
- Produkte herzustellen, die aus Holz und Holzwerkstoffen zusammengesetzt sind
- Kleinmöbel herzustellen
- Systemmöbel herzustellen
- raumbegrenzende Elemente des Innenausbaus herzustellen und zu montieren
- einen Arbeitsauftrag auszuführen
Im Betrieb lernst du zum Beispiel:
- wie man Erzeugnisse gestaltet und konstruiert
- wie man Holz-, Holzwerkstoffe und sonstige Werkstoffe bearbeitet und verarbeitet
- wie man Werkzeuge, Geräte und Maschinen einrichtet und bedient
- wie man Oberflächen behandelt und veredelt
- wie man mit Kundinnen und Kunden umgeht
Tiefergehende Infos zu den Lernfeldern findest du in der Ausbildungsverordnung (für den betrieblichen Teil) und im Rahmenlehrplan (für den schulischen Teil).
💡 Tipp: Auch interessieren könnte dich die Ausbildung zum/zur Bauzeichner:in oder zum/zur Steinmetz:in und Steinbildhauer:in.
Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung zur/zum Tischler:in?
Nach deiner Ausbildung zur/zum Tischler:in stehen dir verschiedene Einsatzmöglichkeiten offen. Willst du beruflich aufsteigen oder deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern? Dann kannst du dich durch Weiterbildungen auf spezielle Fachgebiete spezialisieren oder auf eine Führungsposition vorbereiten. 🚀
Typische Arbeitsbereiche und Unternehmen
- Bautischlereien
- Hersteller von Möbeln, Holzwaren oder Holzkonstruktionsteilen
- Theater
- Messebaubetriebe
- Betriebe der Akustikschreinerei (zum Beispiel für die Ausstattung von Konzertsälen
Beispiele für Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Tischlermeister:in
- Techniker:in für Holztechnik
- Betriebsmanager:in der Fachrichtung Bau- und Holztechnik
- Fachbauleiter:in im Tischlerhandwerk
- Fertigungsplaner:in im Tischlerhandwerk
- Tischler:in für Restaurierungsarbeiten
- Weiterbildung zum/zur Ausbilder:in
- Studium: Holztechnik
- Studium: Innenarchitektur
- Studium: Produkt-, Industriedesign
- Studium: Restaurierung
Genauere Informationen zu den genannten Möglichkeiten findest du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.
💡 Tipp: Möchtest du bereits während der Ausbildung studieren? Dann könnten dich die dualen Studiengänge BWL-Handwerk und Holztechnik interessieren.
Wenn du dich für ein Studium interessierst, solltest du checken, welche Voraussetzungen in deinem Bundesland gelten. In einigen Bundesländern ist es beispielsweise möglich, nach einer Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung zum Studium zugelassen zu werden.
Wo kannst du die Ausbildung zur/zum Tischler:in machen?
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