Umwelttechnologe/-technologin - Abwasserbewirtschaftung: Ausbildung und Aufgaben
Was macht ein:e Umwelttechnologe/-technologin für Abwasserbewirtschaftung im Berufsalltag?
Als Umwelttechnologe oder Umwelttechnologin für Abwasserbewirtschaftung startet dein Arbeitsalltag beispielsweise in der Leitzentrale einer Kläranlage. Du überwachst, steuerst und optimierst die Reinigung von Abwasser und Klärschlamm in verschiedenen Reinigungsstufen und sorgst dafür, dass Schadstoffe im Wasser effektiv entfernt werden.
Zu deinen typischen Aufgaben gehören laut der Bundesagentur für Arbeit:
- Kontrollieren und Steuern von Anlagen der Abwasserreinigung
- Überwachung mechanischer, biologischer und chemischer Reinigungsstufen
- Probenahme und Analyse von Abwasser und Schlamm
- Motoren- und Generatoren betreiben, um aus Gasen des Faulschlammes oder Abwässern Energie zu gewinnen
- Entwässerungssysteme, Regenwasserauffang- und -rückhalteeinrichtungen instand halten
- Inspektion und Wartung von Kanalnetzen, Schächten und technischen Einrichtungen
- Störungsdiagnose und Behebung im Anlagenbetrieb
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Umwelttechnologen oder zur Umwelttechnologin mit der Fachrichtung Abwasserbewirtschaftung nicht vorgeschrieben. Allerdings stellen die Betriebe laut der Bundesagentur für Arbeit überwiegend Azubis mit mittlerem Bildungsabschluss beziehungsweise Realschulabschluss ein.
Mitbringen solltest du außerdem:
- eine ärztliche Erstuntersuchungsbescheinigung, wenn du noch nicht volljährig bist
- den Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb, um an der Schule aufgenommen zu werden
- Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern und Themen
- mathematisches Verständnis, beispielsweise um Stoffanteile berechnen zu können
- technisches Geschick für das Bedienen von Anlagen
💡Hinweis: Diese Ausbildung wird in vier verschiedenen Fachrichtungen angeboten. Neben der hier vorgestellten Fachrichtung hast du folgende Möglichkeiten: Fachrichtung Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Fachrichtung Wasserversorgung, Fachrichtung Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Umwelttechnologen/-technologin für Abwasserbewirtschaftung ab?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
In der Berufsschule erhältst du das theoretische Wissen, das du für deine Arbeit brauchst. Im betrieblichen Teil der Ausbildung sammelst du praktische Erfahrungen in Kanalnetzen, Kanalbauwerken, Büroräumen oder auch Labors. Bewerben kannst du dich beispielsweise bei industriellen Klärwerken oder kommunalen Kläranlagen (öffentlicher Dienst).
In der Berufsschule lernst du zum Beispiel:
- Abwasserproben zu untersuchen
- Anlagen elektrisch zu betreiben
- Kanäle und Bauwerke zu untersuchen und zu reinigen
- Abwasser biologisch und chemisch zu reinigen
- Abwasserinhaltsstoffe zu bestimmen
Im Betrieb lernst du zum Beispiel:
- passende Prüfverfahren auszuwählen
- Stoffgemische herzustellen und zu trennen
- Stoffe und Stoffgemische zu unterscheiden
- Umweltbelastungen der Luft, des Wassers und des Bodens zu erkennen und Auswirkungen betrieblicher Vorhaben abzuwägen
- Werkzeuge und Maschinen auszuwählen und zu bedienen
- technische Systeme zu betreiben
- Entwässerungssysteme nachhaltig betreiben
Wenn du genauer wissen möchtest, welche Themen dich erwarten, kannst du hier den Rahmenlehrplan (für den schulischen Teil) herunterladen und die Ausbildungsverordnung (für den betrieblichen Teil) aufrufen.
Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung?
Nach deiner Ausbildung zur/zum Umwelttechnologe oder Umwelttechnologin stehen dir verschiedene Einsatzmöglichkeiten offen. Willst du beruflich aufsteigen oder deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern? Dann kannst du dich durch Weiterbildungen auf spezielle Fachgebiete spezialisieren oder auf eine Führungsposition vorbereiten. 🚀
Typische Arbeitsbereiche und Unternehmen
- industrielle Kläranlagen
- Wirtschaftsunternehmen mit eigener Abwasserreinigung
- Abwasserreinigung auf Schiffen
- öffentliche Verwaltung, zum Beispiel im Bereich der Stadtentwässerung oder bei Umweltämtern
- Hersteller von klärwerktechnischen Anlagen
- Hersteller von Anlagen der Energiegewinnung aus Klärschlamm, Faulgasen oder Abwässern
Beispiele für Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Abwassermeister:in
- Techniker:in für Umweltschutztechnik
- Fachwirt:in für Umweltschutz
- Weiterbildung zum/zur Ausbilder:in
- Studium: Abfall- und Entsorgungstechnik
- Studium: Umwelt- und Recyclingtechnik
- Studium: Bio- und Umwelttechnik
- Studium: Bioverfahrenstechnik
Wenn du dich für ein Studium interessierst, solltest du checken, welche Voraussetzungen in deinem Bundesland gelten. In einigen Bundesländern ist es beispielsweise möglich, nach einer Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung zum Studium zugelassen zu werden.
Genauere Informationen zu den genannten Möglichkeiten findest du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.
Wo kannst du die Ausbildung zum/zur Umwelttechnologen/-technologin machen?
Prüfe die Angebote in unserem Stellenmarkt. Vielleicht findest du einen passenden Betrieb. 🤞
Unsere Stellenanzeigen.
Für deine Zukunft
Der Stellenmarkt bietet dir die Möglichkeit, direkt nach passenden Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten zu suchen. Mit einem klaren Fokus auf deine berufliche Zukunft kannst du hier gezielt nach Stellenangeboten und Unternehmen suchen, die zu deinen Interessen und Fähigkeiten passen.