Verwaltungsbeamtin
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Duales Studium: Verwaltungswissenschaft

Alles zum dualen Studium Verwaltungswissenschaft: Abschlüsse, Voraussetzungen, Inhalte und mehr.

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Städte, Gemeinden und Behörden stehen vor vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben, von der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen bis zur Organisation rechtssicherer Abläufe. Durch das duale Studium Verwaltungswissenschaft sammelst du früh praktische Erfahrungen in Behörden und lernst, Verantwortung zu übernehmen. So wirst du darauf vorbereitet, Entscheidungen eigenständig zu treffen und Verwaltungsleistungen korrekt umzusetzen, beispielsweise bei der Bearbeitung und Bewertung von Kindergeldanträgen.

Bezeichnungen des Studiengangs

Das duale Studium im Bereich Verwaltung findest du je nach Hochschule unter verschiedenen Bezeichnungen:

  • Verwaltungswissenschaften
  • Allgemeine Verwaltung
  • Öffentliche Verwaltung
  • Public Management
  • Public Administration

Inhaltlich bewegen sich die Studiengänge im selben Feld. Sie alle bereiten dich auf Tätigkeiten im öffentlichen Dienst vor. Unterschiede können vor allem in der Schwerpunktsetzung bestehen. Welche Schwerpunkte möglich sind, und welche Inhalte dich übergreifend erwarten, erfährst du weiter unten in diesem Beitrag.

Abschlussbezeichnungen nach dem dualen Studium Verwaltungswissenschaft

Nach dem dualen Studium Verwaltungswissenschaft erlangst du je nach Hochschule einen der folgenden Abschlüsse:

  • Bachelor of Arts
  • Bachelor of Laws

Üblicherweise wirst du direkt mit Beginn des Studiums verbeamtet.   

Aufbau des dualen Studiums Verwaltungswissenschaft

In der Regel dauert das duale Studium Verwaltungswissenschaft drei bis dreieinhalb Jahre. In dieser Zeit besuchst du sowohl die Hochschule als auch einen Praxispartner. Die Hochschule vermittelt dir ein umfassendes theoretisches Wissen. Bei deinem Praxispartner, einer Behörde, sammelst du erste praktische Erfahrungen.

Eine Berufsausbildung schließt du neben dem Studium jedoch nicht ab. Das duale Verwaltungsstudium wird also üblicherweise praxisintegrierend und nicht ausbildungsintegrierend angeboten.

Ablaufen kann das folgendermaßen – hier am Beispiel der Hochschule für Verwaltung Niedersachsen (HSVN):

Jedes Jahr besteht aus drei Teilen: zwei Theoriephasen und einer Praxisphase. Die genauen Starttermine werden jährlich neu festgelegt, können jedoch wie folgt organisiert sein:

Jahr 11. Trimester1. August - 30. November
2. Trimester1. Dezember - 31. März
3. Trimester1. April - 31. JuliPraxisphase
Jahr 24. Trimester1. August - 30. November
5. Trimester1. Dezember - 31. MärzPraxisphase
6. Trimester1. April - 31. Juli
Jahr 37. Trimester1. August - 30. NovemberPraxisphase
8. Trimester1. Dezember - 31. März
9. Trimester1. April - 31. Juli

Theorie an den Hochschulen: Module und Inhalte

Egal, ob du dich für „Verwaltungswissenschaften“, „Public Management“ oder einen anderen der obengenannten Studiengänge einschreibst – während deiner Studiensemester erwarten dich typischerweise Module wie:

  • Verwaltungsrecht
  • Verwaltungswissenschaftliche Grundlagen
  • Öffentliches Rechnungswesen / Öffentliche Finanzwirtschaft
  • Grundlagen der Rechtswissenschaften
  • Staats-, Europa- (und Kommunal-)recht
  • Sozialwissenschaftliche Grundlagen und Anwendungen

Über Wahlpflichtmodule oder Profile kannst du persönliche Schwerpunkte setzen und dich so auf deine Interessensfelder spezialisieren. Achte hier darauf, dass dein Praxispartner zu deinem Studienschwerpunkt passt. Angeboten werden je nach Hochschule beispielsweise:

  • Kommunalverwaltung: Aufgaben und Abläufe in Städten und Gemeinden, zum Beispiel Bürgerdienste oder Bauverwaltung
  • Verwaltungsbetriebswirtschaft: wirtschaftliches Handeln in Behörden, zum Beispiel Budgetplanung
  • Landesverwaltung: Tätigkeiten auf Ebene der Bundesländer, etwa in Ministerien oder Landesbehörden
  • Digitale Transformation: Umstellung von Verwaltungsprozessen auf digitale Lösungen und moderne Technologien

💡 Tipp: Auch interessieren könnten dich die dualen Studiengänge Betriebswirtschaftslehre (BWL), Soziale Arbeit und Tourismusmanagement


Praxis während des dualen Studiums

Deine Praxisphasen absolvierst du üblicherweise in Vollzeit bei einer Behörde. Häufig bewirbst du dich bei diesem Praxispartner noch bevor du dich an einer Hochschule einschreibst. In den meisten Fällen kooperiert die Behörde mit einer festen Partnerhochschule.

Behörden der staatlichen Verwaltung / Landesverwaltung:

  • Ministerien, zum Beispiel Ministerium für Inneres und Sport
  • Landesbehörden wie Polizeidirektionen, Landesschulbehörden oder Behörden für Landentwicklung

Behörden der kommunalen Verwaltung:

  • Landkreise
  • Städte
  • Gemeinden
  • Kommunale Verbände, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts

Während der Praxisphasen absolvierst du in deiner Behörde einen Vorbereitungsdienst (ein Referendariat). Das bedeutet, du bist bereits „verbeamtet auf Widerruf“ und sammelst als Anwärter:in Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Verwaltung.

Wenn du bei einem Landkreis arbeitest, tauchst du beispielsweise in die Fachdienste Verkehr, Soziales, Arbeit oder Bauordnung ein. Dort erwarten dich Aufgaben wie das Erstellen von Bescheiden sowie Gutachten oder auch die Bürger:innen-Beratung.

Voraussetzungen für das duale Studium Verwaltungswissenschaft

In der Regel brauchst du für das duale Studium eine Hochschulzugangsberechtigung, also:

  • Abitur
  • Fachabitur
  • oder einen als gleichwertigen Abschluss

Zusätzlich sind meist Deutschkenntnisse auf dem B2-Niveau nötig.

Welche Voraussetzungen genau gelten, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. So kann unter bestimmten Bedingungen auch ein Studium ohne Abitur möglich sein – etwa für staatlich geprüfte Techniker:innen oder Betriebswirt:innen oder nach einer abgeschlossenen Ausbildung in Verbindung mit mehrjähriger Berufserfahrung.

Karriere und Perspektiven nach dem dualen Studium Verwaltungswissenschaft

Mit einem dualen Studium der Verwaltungswissenschaften qualifizierst du dich für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst. Somit steigst du nach dem Studium direkt in die erste Einstiegsebene der Laufbahngruppe 2 ein und hast klare Karriere- und Aufstiegsoptionen. Über ein späteres Masterstudium kannst du beispielsweise in den höheren Dienst aufsteigen.

Du verbindest rechtliches Know-how mit organisatorischen und wirtschaftlichen Kenntnissen und übernimmst Verantwortung in Behörden auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene.

Nach dem Studium arbeitest du etwa als:

  • Sachbearbeiter:in
  • Stadtinspektor:in
  • Regierungsinspektor:in

Vergütung und Kosten während des dualen Studiums Verwaltungswissenschaft

Viele Hochschulen erheben Studiengebühren und/oder einen Semesterbeitrag. Häufig werden die Kosten jedoch vollständig oder teilweise vom Praxispartner übernommen. Unter Umständen werden sogar Miet- und Fahrtkosten für die Dauer der Studienphasen bezuschusst.

Ein weiterer großer Vorteil des dualen Modells: Da du bereits arbeitest, erhältst du in der Regel eine Praxisvergütung. Aktuell (Stand 2026) betragen die Anwärtergrundbeträge über 1.400 Euro.