Soziale Arbeit
Im dualen Studium Soziale Arbeit verbindest du wissenschaftliche Grundlagen mit der praktischen Arbeit im sozialen Feld. Von Beginn an arbeitest du mit Menschen und lernst, wie soziale Unterstützung in Einrichtungen, Behörden oder Vereinen umgesetzt wird.
Abschlüsse nach dem dualen Studium Soziale Arbeit
Je nach Hochschule und Studienmodell erreichst du in der Regel folgende Abschlüsse:
- Bachelor of Arts 🎓
- oder: Bachelor of Arts + staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter:in / Sozialpädagog:in 🎓
Die staatliche Anerkennung ist ein beruflicher Standard, der in fast allen Arbeitsfeldern verlangt wird. Duale Studiengänge integrieren die geforderten Praxisanteile in der Regel bereits in das Studium.
Aufbau des dualen Studiums Soziale Arbeit
Das duale Studium dauert meist sechs bis sieben Semester. Theorie und Praxis werden dabei unterschiedlich miteinander kombiniert. Meist wechseln sich Theorie- und Praxisphasen ab.
Beispiel Duale Hochschule Schleswig-Holstein
- Theoriephasen: in jedem Semester ein Theorieblock im Umfang von zehn Wochen
- Praxisphasen: auf jeden Theorieblock folgt ein Praxisblock von 14 oder 18 Wochen, zu dem du eine Projektarbeit anfertigst
Beispiel Hochschule Fulda
- Theoriephasen: einmal im Monat findet ein Präsenz-Wochenende an der Hochschule statt, in der übrigen Zeit studierst du online von zuhause aus
- Praxisphasen: fünfmal pro Semester am Freitag und Samstag
Inhalte und Module im dualen Studium Soziale Arbeit
Die Module unterschieden sich von Hochschule zu Hochschule. Typisch sind aber Kurse zu den folgenden Themen:
- Grundlagen der Sozialen Arbeit
- Recht der sozialen Sicherung, zum Beispiel Familienrecht
- Psychologie und Pädagogik
- Beratungsmethoden und Gesprächsführung
- Erziehungswissenschaft
- Soziologie und Lebenslagenanalyse
- Sozialmanagement: Organisationen gestalten und verändern
- Forschung in der Sozialen Arbeit
- Praktische Studienprojekte
Einen Schwerpunkt wählen
An einigen Hochschulen hast du die Möglichkeit, während des Studiums einen Schwerpunkt zu wählen.
So kannst du an der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik (HSAP) in Berlin zwischen den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe oder Ganztagsschulen entscheiden. Beide Studiengänge laufen im Wesentlichen gleich ab, nur bestimmte Schwerpunktmodule unterscheiden sich.
An der Dualen Hochschule Schleswig-Holstein (DHSH) stehen die Richtungen Sozialmanagement sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zur Auswahl. Deine Spezialisierung erfolgt über die entsprechenden Wahlpflichtmodule, die du während deines Studiums belegst.
Auch an der Berufsakademie Lüneburg werden verschiedene Vertiefungen angeboten. Seminare rund ums Sozialmanagement bereiten dich darauf vor, später im Management von sozialen Einrichtungen tätig zu werden. Mit dem Schwerpunkt Medien- und Kulturarbeit erwirbst du Medienkompetenzen. Und falls du dich tiefergehend mit Traumapädagogik und Gefährdungsprävention auseinandersetzen willst, kannst du das im Rahmen der Vertiefung von Handlungskompetenzen.
Schwerpunkte wie Suchtkrankenhilfe, Arbeitsmarktintegration und Migration kannst du beispielsweise an der Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH) wählen.
Voraussetzungen für das duale Studium Soziale Arbeit
Um für das duale Studium zugelassen zu werden, benötigst du:
- Hochschulzugangsberechtigung, die du mit dem Abitur oder Fachabi erlangst und je nach Bundesland auch auf anderen Wegen
- einen Vertrag mit einem Betrieb beziehungsweise einer sozialen Einrichtung – Achtung: Prüfe so früh wie möglich, wann der Bewerbungszeitraum bei den Betrieben startet und endet 🗓️
- manchmal zusätzliche Eignungs- oder Motivationsgespräche, in denen du passende Stärken und Interessen herausstellst, zum Beispiel gute Englischkenntnisse oder soziales Engagement
Good to know: Das Studium ist an einigen Hochschulen NC-frei, es wird also kein bestimmter Notendurchschnitt vorausgesetzt.
Karriere und Perspektiven nach dem dualen Studium Soziale Arbeit
Mit dem Abschluss stehen dir vielfältige Einsatzfelder offen – nicht nur in der Betreuung und Förderung, sondern auch in der Verwaltung oder im Management. Nach dem Studium arbeitest du laut dem Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit e. V. (DBSH) typischerweise als:
- Sozialarbeiter:in / Sozialpädagoge / Sozialpädagogin
- Bewährungshelfer:in
- Heilpädagoge / Heilpädagogin
- Kindheitspädagoge / Kindheitspädagogin
In was für einer Einrichtung oder Organisation du später arbeitest, hängt von deinen Interessen und gewählten Schwerpunktmodulen ab. Infrage kommen beispielsweise die folgenden Arbeitsorte und -bereiche:
- im Bereich des Sozialmanagements
- Beratungsstellen
- Kliniken, Kranken- und Pflegekassen
- Alten- und Pflegeheime
- Internate
- Familienhilfe
- Einrichtungen der Jugend-, Sozial- und Gesundheitshilfe
- Jugendämter
- Non-Profit-Organisationen
- Wissenschaft: Lehrforschungsprojekte, Begleitforschung
💡 Tipp: Für dich kommt doch eher eine Ausbildung infrage? Dann könnten diese sozialen Berufe zu dir passen: Erzieher:in, Pflegefachmann/-frau.
Vergütung und Kosten während des dualen Studiums Soziale Arbeit
Die Kosten und Einnahmen hängen stark von der Hochschule und der Einrichtung ab.
Studienkosten
In einigen Fällen fordern Hochschulen einen Semesterbeitrag und oder Studiengebühren. Häufig werden diese aber vollständig oder anteilig von deinem Ausbildungsunternehmen übernommen, etwa an der Hochschule Weserbergland und der Hochschule Fulda.
An der OTH Regensburg beträgt der Semesterbeitrag beispielsweise 201 Euro (inklusive Semesterticket) und an der Hochschule Fulda 300 Euro.
Dein Gehalt
Da du während deines dualen Studiums arbeitest, zahlt dir dein Praxisträger eine monatliche Vergütung. Teilweise sprechen die Hochschulen dem Praxisträger eine Empfehlung über die Höhe des Gehalts aus. Meist liegt es zwischen 900 und 1.200 Euro.
Besprich dich mit potenziellen Praxispartnern oder der Hochschule und achte auch darauf, ob:
- dein Praxispartner ein öffentlicher Träger, beispielsweise die Stadt, ist – dann richtet sich die Höhe deines Gehalts nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst
- du deinen Praxisteil des Studiums in Vollzeit oder Teilzeit bewältigst beziehungsweise, ob die Arbeitszeit weniger als 40 Stunden pro Woche beträgt – das Gehalt kann dementsprechend deutlich höher oder niedriger ausfallen
Nach dem Tarifvertrag für Praktikantinnen und Praktikanten des öffentlichen Dienstes (TVPöD) beträgt dein Gehalt ab dem 1. Mai 2026 monatlich 2.176,12 Euro.
Mögliche Hochschulen
- Universität Vechta – nicht dual, aber anschließendes Berufsanerkennungsjahr für staatliche Anerkennung möglich