Lebensmitteltechnologie
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Lebensmitteltechnologie

Alles zum dualen Studiengang Lebensmitteltechnologie: Ablauf, Voraussetzungen, Inhalte und mehr.

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Im Studiengang Lebensmitteltechnologie dreht sich alles um die Frage: Wie werden Lebensmittel hochwertig produziert? Du lernst, wie man mechanische, biologische und chemische Verfahren einsetzt, um Rohstoffe zu verarbeiten, Produktionsprozesse zu steuern und Qualität zuverlässig zu sichern. Durch die Verbindung von Naturwissenschaft und Technik wirst du darauf vorbereitet, unterschiedlichste Produkte industriell herzustellen – von Getränken über Backwaren bis hin zu Müsli oder Trockenfrüchten. 🍩

Welche Produktgruppen dabei im Mittelpunkt stehen sollen, kannst du häufig über die Wahl der Hochschule oder durch entsprechende Studienschwerpunkte festlegen.

Abschlussbezeichnungen nach dem dualen Studium Lebensmitteltechnologie

Nach dem dualen Studium Lebensmitteltechnologie erlangst du je nach Hochschule und Modell folgende Abschlüsse:

  • Bachelor of Science 🎓
  • oder: Bachelor of Engineering 🎓
  • Bachelor + Ausbildungsabschluss in einem kombinierbaren Ausbildungsberuf🎓

Kombinierbare Ausbildungsberufe können sein:

  • Süßwarentechnologe / - technologin          
  • Milchtechnologe / -technologin

Aufbau des dualen Studiums Lebensmitteltechnologie

In der Regel dauert der duale Studiengang Lebensmitteltechnologie sieben Semester, seltener auch sechs oder zehn. Die genaue Dauer hängt von der Hochschule und dem Studienmodell ab. Achten solltest du auf die Bezeichnung als praxisintegrierendes oder ausbildungsintegrierendes Studium.

Bewirbst du dich auf ein praxisintegrierendes duales Studium, durchläufst du keine vollständige Ausbildung, aber intensive Praxisphasen im Betrieb. Bewirbst du dich auf ein ausbildungsintegrierendes duales Studium, absolvierst du eine vollständige Ausbildung und legst eine Abschlussprüfung ab.

In beiden Fällen wirst du auf den unmittelbaren Berufseinstieg vorbereitet. Ablaufen kann das folgendermaßen – hier am Beispiel der Hochschule Anhalt:

Studierst du an der Hochschule Anhalt, sammelst du bis zum sechsten Semester während der vorlesungsfreien Zeiten praktische Erfahrungen im Betrieb. Du verbringst dort sechs bis sieben Wochen am Stück. Während des siebten Semesters wirst du vollständig im Unternehmen eingesetzt.

Theorie an den Hochschulen: Module und Inhalte

Während deiner Studiensemester erwarten dich typischerweise Module wie:

  • Lebensmittelchemie
  • Lebensmittelphysik
  • Angewandte Chemie
  • Mikrobiologie
  • Apparatetechnik
  • Verfahrenstechnik
  • Lebensmittelrecht
  • Lebensmittelkonservierungstechnik
  • Betriebswirtschaftslehre (BWL)

Über Wahlpflichtmodule und Vertiefungen kannst du persönliche Schwerpunkte setzen und dich so auf deine Interessensfelder spezialisieren. Angeboten werden je nach Hochschule beispielsweise:

  • Back- und Süßwarentechnologie
  • Getränketechnologie
  • Technologie Protein-basierter Lebensmittel
  • vegane und vegetarische Lebensmittel
  • Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion
  • Qualitätsmanagement in der Lebensmittelproduktion
  • spezielle Mikrobiologie

💡 Tipp: Auch interessieren könnten dich die dualen Studiengänge Biotechnologie und Medizintechnik.


Praxis während des dualen Studiums

In den Praxisphasen wendest du üblicherweise das an, was du in den Studienphasen gelernt hast. Zusätzlich sind viele Hochschulveranstaltungen praktisch ausgerichtet. So eignest du dir in bestimmten Übungen grundlegende Methoden und Fertigkeiten an oder bearbeitest Projekte mit deinen Mitstudierenden.

Ein Beispiel: Im Rahmen des Moduls Lebensmittelkonservierungstechnik an der Hochschule Anhalt besuchst du nicht nur theoretische Vorlesungen, sondern löst auch praktische Aufgabenstellungen. Dazu wendest du verschiedene Techniken an – die chemische Konservierung, thermische Konservierung und Trocknung durch Wasserentzug – und führst jeweils ein Protokoll, das als Prüfungsleistung gilt.


💡 Tipp: Prüfe in unserem Stellenmarkt, welche Unternehmen nach angehenden dualen Studierenden suchen oder eine der oben genannten Ausbildungen anbieten.


Voraussetzungen für das duale Studium Lebensmitteltechnologie

In der Regel brauchst du für das duale Studium eine Hochschulzugangsberechtigung, also:

  • Abitur
  • Fachabitur
  • oder einen als gleichwertigen Abschluss.

Welche Voraussetzungen genau gelten, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. So kann unter bestimmten Bedingungen auch ein Studium ohne Abitur möglich sein – etwa für staatlich geprüfte Techniker:innen oder Betriebswirt:innen oder nach einer abgeschlossenen Ausbildung in Verbindung mit mehrjähriger Berufserfahrung.

Für die Bewerbung gilt häufig: Zuerst musst du ein Partnerunternehmen finden, mit dem du den dualen Vertrag abschließt. Informiere dich daher frühzeitig auf der Website deiner Wunschhochschule über die konkreten Zulassungsvoraussetzungen und den Ablauf des Bewerbungsverfahrens.

Karriere und Perspektiven nach dem dualen Studium Lebensmitteltechnologie

Nach dem Abschluss des dualen Studiums Lebensmitteltechnologie hast du einiges vorzuweisen. Du kennst dich mit den chemischen, mikrobiologischen sowie physikalischen Eigenschaften von Rohstoffen aus und bist in der Lage Produktionsprozesse zu planen.

Dieses Repertoire an Fertigkeiten ermöglicht dir die Arbeit in verschiedenen Unternehmen

  • bei Lebensmittelherstellern
  • bei Teigwarenherstellern
  • in Molkereien
  • in Kaffeeröstereien
  • in Brauereien
  • in der Zulieferindustrie
  • in der Verpackungsindustrie
  • in Forschungsinstituten
  • in der Hochschullehre
  • bei Betrieben des Maschinen- und Gerätebaus

Dort kannst du etwa in diesen Tätigkeitsbereichen eingesetzt werden:

  • Produktionsplanung / Produktionsleitung
  • Produktentwicklung
  • Prozess- und Anlagenplanung für die Lebensmittelproduktion
  • Qualitätssicherung
  • Marketing
  • Einkauf
  • Verkauf
  • Verpackungsplanung
  • Betriebsleitung

Vergütung und Kosten während des dualen Studiums Lebensmitteltechnologie

Viele Hochschulen erheben Studiengebühren und/oder einen Semesterbeitrag. Häufig werden die Kosten jedoch vollständig oder teilweise vom Praxispartner übernommen.

Ein großer Vorteil des dualen Modells: Da du im Unternehmen arbeitest, erhältst du in der Regel eine Ausbildungs- oder Praxisvergütung, meist sogar in während der Studiumsphasen. Die Höhe der Vergütung wird im Vertrag zwischen dir und dem Betrieb festgehalten und orientiert sich häufig am Tarifvertrag der jeweiligen Branche und Region, genau wie das Ausbildungsgehalt anderer Azubis ohne duales Studium. 💵