Dachdeckerin Sina
© Sina Klein

Handwerk mit Aussicht – Dachdeckerin Sina Klein im Interview

Sina Klein arbeitet in luftiger Höhe und begeistert damit tausende Follower. Ihre Mission: Das Handwerk sichtbar machen.
Von Johanna Ahrbecker

Auf den Dächern beginnt ein Arbeitsalltag, der Kraft, Präzision und besondere Momente vereint. Sina Klein macht sichtbar, was dieser Beruf bedeutet – für sie persönlich und für die Menschen, die ihr folgen.

1. Woran merkst du, dass du den richtigen Beruf für dich gefunden hast?

Ich schaffe jeden Tag etwas Sichtbares. Damit mache ich jemanden glücklich – und mich selbst auch. Morgens steht noch gar nichts und abends ein fertig gerichteter Dachstuhl oder vielleicht sogar ein vollständig eingedecktes Dach. Dieses Gefühl, das dann entsteht, zeigt mir einfach, dass ich die richtige Entscheidung für mich und mein Leben getroffen habe. Es erfüllt mich richtig.

2. Wie viel Nervenkitzel bietet dir der Job?

Mittlerweile ist es normal für mich, in der Höhe zu arbeiten. Aber das Gefühl, oben zu sein, ist und bleibt einfach richtig toll.

3. Was ist das Verrückteste, das du schon mal von einem Dach aus gesehen hast?

Ein Polizei-Spezialkommando. Auf einmal sind zehn schwarze Bullys in das Neubaugebiet eingebogen. Wir haben natürlich direkt geschaut, was da los ist, aber kurz danach sind sie alle plötzlich wieder umgedreht. Bis heute weiß ich nicht, was dahintersteckte.

4. Welche Nachricht aus deiner Community wirst du nie vergessen?

Eine Followerin hat mir geschrieben, dass ich sie dazu bewegt habe, selbst ins Handwerk zu gehen.

5. Social Media hat dich bekannt gemacht. Mittlerweile warst du auch im Fernsehen zu sehen und zu Gast in einem Podcast. Wie fühlst du dich in diesem Teil deines Berufslebens – im Zentrum der Öffentlichkeit?

Ich gehe darin voll auf. Mir macht das unfassbar viel Spaß, weil ich auch eine Mission dahinter habe: Ich möchte das Handwerk so zeigen, wie es ist und es sichtbarer machen. In manchen Situationen ist es trotzdem ein befremdliches Gefühl, wenn mir bewusst wird, wie viele Menschen mir zuschauen. Auch wenn ich erkannt und nach Fotos gefragt werde, ist das noch ungewohnt – aber nicht unangenehm.

6. Worin konntest du dich durch deinen Beruf persönlich weiterentwickeln?

Durch das Handwerk konnte ich über mich hinauswachsen. Ich bin kein stilles Mäuschen mehr, sondern selbstbewusster geworden – in meinem ganzen Auftreten. Ich stehe viel mehr für mich ein und kann den Mund aufmachen. Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, wenn jemand meint, das Handwerk mache einen nur kaputt. Ich finde es wichtig, dass man es einfach ausprobiert. Das Handwerk gehört für mich zu den schönsten Dingen der Welt.

7. Wenn dein Berufsleben eine Netflix-Doku wäre, wie würde sie heißen?

„Was Frauen im Handwerk zu suchen haben“

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