Dachdecker:in: Ausbildung und Aufgaben
Was macht ein Dachdecker oder eine Dachdeckerin im Berufsalltag?
Ein Gebäude ohne Dach ist wie eine Schnecke ohne Schneckenhaus: nackig und ungeschützt. 🐌 🌧️ Damit Wind, Wetter, Kälte und Feuchtigkeit dem Bauwerk nichts anhaben können, verleihst du ihm ein stabiles Dach, dichtest Flächen ab und verkleidest Außenwände. Und das ist noch nicht alles. Auch für das Anbringen von Solaranlagen und Dachfenstern bist du verantwortlich.
Zu deinen typischen Aufgaben gehören laut der Bundesagentur für Arbeit:
- Dächer mit Ziegeln, Schiefer, Platten, Schindeln, Blechen oder Reet eindecken
- alte Dachdeckungen abnehmen und neue Lattungen, Dämmungen und Abdichtungen anbringen
- Dach- und Wandflächen abdichten, zum Beispiel mit Bitumen, Kunststoffen oder Flüssigabdichtungen
- Außenwände bekleiden, etwa mit Naturstein, Holz oder Metall
- Dachfenster, Lichtkuppeln, Belüftungs- und Sicherungssysteme einbauen
- Solaranlagen für Photovoltaik und Solarthermie montieren
- Dachrinnen, Fallrohre, Dachgullys und Entwässerungssysteme anbringen
- Blitzschutzanlagen installieren und warten
- Dächer und Fassaden prüfen, reinigen, instand halten und reparieren
- Baustellen einrichten, absichern und nach Abschluss wieder räumen
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Dachdecker:in nicht vorgeschrieben.
Mitbringen solltest du:
- eine ärztliche Erstuntersuchungsbescheinigung, wenn du noch nicht volljährig bist
- den Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb, um an der Schule aufgenommen zu werden
- handwerkliches Geschick 💪
- mathematisches Verständnis 📐
- physikalisches Verständnis, um für maximale Stabilität sorgen zu können
Wie läuft die Ausbildung zum Dachdecker oder zur Dachdeckerin ab?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
In der Berufsschule erhältst du das theoretische Wissen, das du für deine Arbeit brauchst. Im betrieblichen Teil der Ausbildung sammelst du praktische Erfahrungen in Werkstätten und auf Baustellen. In der Regel bewirbst du dich bei Betrieben des Dachdecker-Handwerks.
In der Berufsschule lernst du zum Beispiel:
- wie man Baustellen einrichtet
- wie man Dachflächen mit Dachziegeln und Dachsteinen deckt
- wie man Dächer mit Schiefer, Faserzement-Fachplatten und Schindeln deckt
- wie man Stahlbetonbausteine herstellt
- wie man Holzkonstruktionen herstellt
- wie man Dachflächen abdichtet
- wie man Energiesammler, Blitzschutzanlagen und Einbauteile montiert
Im Betrieb lernst du zum Beispiel:
- wie Baustoffe ausgewählt, geprüft und gelagert werden
- wie Schornsteinköpfe hergestellt werden
- wie Dächer und Wandflächen gedeckt werden
- wie zusätzliche regensichernde Maßnahmen durchgeführt werden, zum Beispiel durch das Herstellen von Unterdächern
- wie man energetische Maßnahmen an Dach und Wand durchführt, beispielsweise durch den Einsatz von Dämmstoffen
- wie man Abschlüsse herstellt: gemeint sind die Kanten, die als Traufe, Ortgang und First bezeichnet werden
Wenn du genauer wissen möchtest, welche Inhalte dich erwarten, kannst du hier den Rahmenlehrplan (für den schulischen Teil) herunterladen und die Ausbildungsverordnung (für den betrieblichen Teil) aufrufen.
Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung zum/zur Dachdecker:in?
Nach deiner Ausbildung zur/zum Dachdecker:in hast du verschiedene Möglichkeiten. Willst du beruflich aufsteigen oder deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern? Dann kannst du dich durch Weiterbildungen auf spezielle Fachgebiete spezialisieren oder auf eine Führungsposition vorbereiten. 🚀
Typische Arbeitsbereiche und Unternehmen
- Dachdeckereien
- Bauspenglereien
- sonstige Bedachungsunternehmen
Beispiele für Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Dachdeckermeister:in
- Techniker:in für Bautechnik
- Fachleiter:in der Fachrichtung Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik
- Berufsspezialist:in für Building Information Modelin (BIM) im Handwerk
- Technische:r Fachwirt:in
- Weiterbildung zum/zur Ausbilder:in
- Studium: Bauingenieurwesen
- Studium: Holztechnik
Genauere Informationen zu den genannten Möglichkeiten findest du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.
Dank Ausbildung ab ins Studium: Wenn du dich für ein Studium interessierst, solltest du checken, welche Voraussetzungen in deinem Bundesland gelten. In einigen Bundesländern ist es beispielsweise möglich, nach einer Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung zum Studium zugelassen zu werden.
Willst du bereits während deiner Ausbildung studieren? Dann könnten dich die dualen Studiengänge BWL-Handwerk. Holztechnik und Bauingenieurwesen interessieren.
Wo kannst du die Ausbildung zum Dachdecker oder zur Dachdeckerin machen?
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Für deine Zukunft
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