Zimmerer/Zimmerin: Ausbildung und Aufgaben
Was macht ein Zimmerer oder eine Zimmerin im Berufsalltag?
Als Zimmerer oder Zimmerin sorgst du dafür, dass ein Dach bei starkem Wind nicht in sich zusammenfällt wie ein Kartenhaus – und das geht so. Phase eins: sorgfältiges Planen der Holzkonstruktion: Welches Holz ist das richtige? Welche Verbindungstechniken eignen sich besonders gut? Phase zwei: Bauteile in der Werkstatt vorfertigen und auf der Baustelle alles passgenau montieren. Das ist die Kurzfassung.
Konkreter gehören zu deinen typischen Aufgaben laut der Bundesagentur für Arbeit:
- Holzkonstruktionen wie Dachstühle, Treppen oder Holzbauten planen und berechnen 💯
- unterschiedliche Hölzer auswählen, beurteilen, lagern und bearbeiten
- Balken, Bretter und Platten abmessen, anreißen und zuschneiden
- Bauteile mit CNC-gesteuerten Maschinen oder mit Handwerkzeugen zurichten
- einzelne Holzteile mit verschiedenen Füge- und Verbindungstechniken zusammenbauen
- Dachgeschosse ausbauen sowie Akustik- und Trockenbauarbeiten ausführen
- Dämmstoffe einbauen und Bauteile brandschutzgerecht ausführen
- Gerüste, Schutz- und Arbeitsgerüste sowie Absperrungen herstellen und aufstellen
- Reparatur-, Sanierungs- und Holzschutzarbeiten an bestehenden Bauwerken durchführen
- historische Holzkonstruktionen restaurieren
- Kunden über Materialien, Bauweisen und Energiesparmaßnahmen informieren
- Kalkulationen erstellen und Abrechnungen durchführen
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Zimmerer oder zur Zimmerin nicht vorgeschrieben.
Mitbringen solltest du:
- eine ärztliche Erstuntersuchungsbescheinigung, wenn du noch nicht volljährig bist
- den Ausbildungsvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb, um an der Schule aufgenommen zu werden
- handwerkliches Geschick 💪
- physikalisches Verständnis, um für maximale Stabilität sorgen zu können
- mathematisches Verständnis 📐
Wie läuft die Ausbildung zum Zimmerer oder zur Zimmerin ab?
Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt, also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
In der Berufsschule erhältst du das theoretische Wissen, das du für deine Arbeit brauchst. Im betrieblichen Teil der Ausbildung sammelst du praktische Erfahrungen in Werkstätten, Werkhallen und auf Baustellen. In der Regel bewirbst du dich bei Betrieben des Zimmerer-Handwerks.
In der Berufsschule lernst du zum Beispiel:
- wie man Holzkonstruktionen herstellt
- wie man gleichgeneigte Dächer errichtet
- wie man ungleichgeneigte Dächer errichtet
- wie man Steildach-Aufbauten errichtet
- wie man tragende Holzwände einzieht
- wie man Treppen baut
- wie man historische Fachwerke saniert
Im Betrieb lernst du zum Beispiel:
- wie man Holz und Holzwerkstoffe bearbeitet und Holzbauteile herstellt
- wie man Bauteile aus Beton und Stahlbeton herstellt
- wie man Putze und Estriche herstellt
- wie man Werkzeuge, Maschinen und Anlagen bedient
- wie man Pläne sowie Zeichnung liest und nutzt
- wie man Skizzen anfertigt, auch digital
Wenn du genauer wissen möchtest, welche Inhalte dich erwarten, kannst du hier den Rahmenlehrplan (für den schulischen Teil) sowie die Ausbildungsverordnung (für den betrieblichen Teil) herunterladen.
Welche Perspektiven hast du nach der Ausbildung zum Zimmerer oder zur Zimmerin?
Nach deiner Ausbildung zum Zimmerer oder zur Zimmerin eröffnen sich dir verschiedene Möglichkeiten. Willst du beruflich aufsteigen oder deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern? Dann kannst du dich durch Weiterbildungen auf spezielle Fachgebiete spezialisieren oder auf eine Führungsposition vorbereiten. 🚀
Typische Arbeitsbereiche und Unternehmen
- Zimmereien
- Ingenieurholbaubetriebe
- Treppenbaufirmen
Beispiele für Weiterbildungsmöglichkeiten:
- Zimmerermeister:in
- Techniker:in für Holztechnik
- Techniker:in für Bautechnik
- Betriebsmanager:in für Bau- und Holztechnik
- Zimmerer oder Zimmerin für Restaurierungsarbeiten
- Bachelor Professional für Energieeffizienz und digitales Bauprojektmanagement
- Werkpolier:in im Hochbau
- Meister:in für Ausbau und Trockenbau
- Weiterbildung zum/zur Ausbilder:in
- Studium: Bauingenieurwesen
- Studium: Holztechnik
- Studium: Architektur
Genauere Informationen zu den genannten Möglichkeiten findest du auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit.
Dank Ausbildung ab ins Studium: Wenn du dich für ein Studium interessierst, solltest du checken, welche Voraussetzungen in deinem Bundesland gelten. In einigen Bundesländern ist es beispielsweise möglich, nach einer Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung zum Studium zugelassen zu werden.
Willst du bereits während deiner Ausbildung studieren? Dann könnten dich die dualen Studiengänge BWL-Handwerk, Holztechnik, Bauingenieurwesen und Architektur interessieren.
Wo kannst du die Ausbildung zum Zimmerer oder zur Zimmerin machen?
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