Landwirt
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Duales Studium: Landwirtschaft

Alles zum dualen Studiengang Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft: Ablauf, Voraussetzungen, Inhalte und mehr.

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Wie können wir genug Lebensmittel produzieren und dabei Klima, Umwelt und Ressourcen schützen? Im dualen Studium Agrarwirtschaft/Landwirtschaft beschäftigst du dich genau mit diesen Fragen. Du lernst, moderne Landwirtschaft ganzheitlich zu betrachten: von Produktion über Wirtschaft bis hin zu Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Anforderungen. Dabei verbindest du Theorie und Praxis und bereitest dich auf verantwortungsvolle Aufgaben im Agrarsektor vor, zum Beispiel im Management oder in einem eigenen Betrieb.

Abschlussbezeichnungen nach dem dualen Studium Landwirtschaft

Nach dem dualen Studium Landwirtschaft erlangst du je nach Hochschule und Modell folgende Abschlüsse:

  • Bachelor of Science 🎓
  • oder: Bachelor of Science + Ausbildungsabschluss in einem kombinierbaren Ausbildungsberuf🎓

Kombinierbare Ausbildungsberufe können sein:

Aufbau des dualen Studiums Landwirtschaft

In der Regel dauert der duale Studiengang Landwirtschaft oder Agrarwirtschaft drei bis viereinhalb Jahre. Die genaue Dauer hängt von der Hochschule und dem Studienmodell ab. Achten solltest du auf die Bezeichnung als praxisintegrierendes oder ausbildungsintegrierendes Studium.

Bewirbst du dich auf ein praxisintegrierendes duales Studium, durchläufst du keine vollständige Ausbildung, aber intensive Praxisphasen im Betrieb. Bewirbst du dich auf ein ausbildungsintegrierendes duales Studium, absolvierst du eine vollständige Ausbildung und legst eine Abschlussprüfung ab, beispielsweise zum/zur Landwirt:in.

In beiden Fällen wirst du auf den unmittelbaren Berufseinstieg vorbereitet. Ablaufen kann das folgendermaßen – hier am Beispiel der Hochschule Neubrandenburg:

  1. Jahr: Ausbildung und Berufsschule
  2. Jahr: ungefähr ein halbes Jahr Studium an der Hochschule und ungefähr ein halbes Jahr praktische Ausbildung und Berufsschule
  3. Jahr: Abschlussprüfung der Ausbildung, dann Studium an der Hochschule mit kurzen Praxisphasen im Betrieb
  4. Jahr: Studium an der Hochschule mit kurzen Praxisphasen im Betrieb
  5. Jahr (halbes Jahr): eine letzte Praxisphase und ein letztes Theoriesemester an der Hochschule

Theorie an den Hochschulen: Module und Inhalte

Während deiner Studiensemester erwarten dich typischerweise Module wie:

  • Botanik landwirtschaftlicher Kulturpflanzen und ihrer Ackerbegleitkräuter
  • Bodenkunde
  • Pflanzenzucht
  • Agrarchemie
  • Tierernährung und Futtermittelkunde
  • Nutztierzucht
  • Volkswirtschaftslehre / Betriebswirtschaftslehre
  • Agrarpolitik

Über Wahlpflichtmodule und Vertiefungen kannst du persönliche Schwerpunkte setzen und dich so auf deine Interessensfelder spezialisieren. Angeboten werden je nach Hochschule beispielsweise:

  • Erneuerbare Energien
  • Verfahrenstechnik Pflanzenproduktion
  • Schweine- und Geflügelzucht
  • Rinderzucht
  • Agrar- und Lebensmittelmarketing
  • Qualitätsmanagement
  • Strategische Unternehmensführung
  • Gründungslehre

💡 Tipp: Auch interessieren könnten dich die dualen Studiengänge Biotechnologie, Lebensmitteltechnologie und Medizintechnik.


Praxis während des dualen Studiums

In den Praxisphasen wendest du üblicherweise das an, was du in den Studienphasen gelernt hast. Zusätzlich zur Berufspraxis im Betrieb können auch an der Hochschule praktische Kurse stattfinden. Das sind typischerweise:

  • Laborpraktika
  • Übungen
  • Exkursionen 🌱

💡 Tipp: Prüfe in unserem Stellenmarkt, welche Unternehmen nach angehenden dualen Studierenden suchen oder eine Ausbildung zum/zur Landwirt:in oder zum/zur Gärtner:in anbieten.


Voraussetzungen für das duale Studium Landwirtschaft

In der Regel brauchst du für das duale Studium eine Hochschulzugangsberechtigung, also:

  • Abitur
  • Fachabitur
  • oder einen als gleichwertigen Abschluss.

Welche Voraussetzungen genau gelten, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. So kann unter bestimmten Bedingungen auch ein Studium ohne Abitur möglich sein – etwa für staatlich geprüfte Techniker:innen oder Betriebswirt:innen oder nach einer abgeschlossenen Ausbildung in Verbindung mit mehrjähriger Berufserfahrung.

Für die Bewerbung gilt in der Regel: Zuerst musst du ein Partnerunternehmen finden, mit dem du den dualen Vertrag abschließt. Informiere dich daher frühzeitig auf der Website deiner Wunschhochschule über die konkreten Zulassungsvoraussetzungen und den Ablauf des Bewerbungsverfahrens.

Karriere und Perspektiven nach dem dualen Studium Landwirtschaft

Nach dem Abschluss eines dualen Studiums im Bereich Landwirtschaft verfügst du über eine vielseitige Kombination aus fundiertem Fachwissen und umfangreicher Praxiserfahrung. Du kennst dich mit pflanzlicher und tierischer Produktion, agrarökonomischen Zusammenhängen, nachhaltigem Ressourcenmanagement sowie modernen Technologien und Digitalisierungsansätzen in der Landwirtschaft aus. Zudem bist du in der Lage, betriebliche Prozesse zu planen, zu steuern und weiterzuentwickeln sowie ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Anforderungen miteinander zu verbinden.

Dieses breite Kompetenzprofil eröffnet dir zahlreiche berufliche Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichsten Bereichen der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie angrenzenden Branchen:

  • in landwirtschaftlichen Betrieben (konventionell und ökologisch)
  • bei Verbänden, Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften
  • in vor- und nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft
  • in der Agrar- und Umweltberatung
  • bei Unternehmen des Agrarmanagements und der Dienstleistungsbranche
  • in der Lebensmittelwirtschaft und -verarbeitung
  • in Forschungs- und Versuchsanstalten
  • im Umwelt- und Naturschutz
  • im öffentlichen Dienst (zum Beispiel Agrar- und Umweltbehörden)
  • in Bildung, Lehre und Weiterbildung
  • im Agrarjournalismus und in der Öffentlichkeitsarbeit
  • in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit

Dort arbeitest du beispielsweise als:

  • Ökolandwirt:in
  • Betriebsleitung / Hofnachfolge
  • Sachbearbeiter:in (im öffentlichen Dienst)

Vergütung und Kosten während des dualen Studiums Landwirtschaft

Viele Hochschulen erheben Studiengebühren und/oder einen Semesterbeitrag. Häufig werden die Kosten jedoch vollständig oder teilweise vom Praxispartner übernommen. Die Hochschule Anhalt gibt für das duale Studium Landwirtschaft einen Semesterbeitrag von 96 Euro an.

Ein großer Vorteil des dualen Modells: Da du im Unternehmen arbeitest, erhältst du in der Regel eine Ausbildungs- oder Praxisvergütung, meist sogar während der Studienphasen. Die Höhe der Vergütung wird im Vertrag zwischen dir und dem Betrieb festgehalten und orientiert sich häufig am Ausbildungsgehalt der Azubis ohne duales Studium. 💵

Wer zum Beispiel in Brandenburg 2026 einen Ausbildungsvertrag abschließt bekommt im …

  1. Ausbildungsjahr: 725 bis 906 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 798 bis 998 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 862 bis 1.078 Euro

Abhängig ist die Höhe des Gehalts unter anderem davon, ob der Betrieb tarifgebunden ist oder nicht. Auch die Region spielt eine Rolle.