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Das Überbrückungsjahr (Gap Year)

Du willst nach der Schule nicht direkt in eine Ausbildung oder in ein Studium starten? Dann könnte ein Gap Year genau das Richtige für dich sein.

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Schon gewusst? Die Urspünge des Überbrückungsjahres hängen eng mit der früheren Wehrpflicht beziehungsweise dem alternativen Zivildienst junger Männer zusammen. Heutzutage ist das Überbrückungsjahr eine freiwillige Entscheidung mit zahlreichen Wahlalternativen, die sowohl von jungen Frauen als auch Männern wahrgenommen werden.

Beliebte Optionen

Besonders populär ist der Bundesfreiwilligendienst (BFD), in dem sich Bürger:innen jeden Alters nach Erfüllung der Schulpflicht engagieren können.

Für Menschen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres sind neben dem Bundesfreiwilligendienst auch Jugendfreiwilligendienste möglich. Die Jugendfreiwilligendienste können sowohl in Form eines freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) oder ökologischen Jahres (FÖJ) als auch in den Bereichen Kultur, Bildung, Sport und Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz geleistet werden. Auch besteht die Möglichkeit, die Jugendfreiwilligendienste im Ausland zu absolvieren.

Das freiwillige Jahr ist sehr vielfältig. So kann das freiwillige kulturelle Jahr beispielsweise in Kunst- und Musikschulen, Theatern, Museen, aber auch in Einrichtungen des Denkmalschutzes absolviert werden. 🏛️

Ähnlich variantenreich ist das freiwillige soziale Jahr. Mögliche Wirkungsstätten sind beispielsweise die Lebenshilfe, Unfallhilfe, Arbeiterwohfahrt, klinische oder kirchliche Einrichtungen.

Der BFD und die Jugendfreiwilligendienste dauern meist zwischen sechs und 18 Monate. Über die Seiten bundesfreiwilligendienst.de und jugendfreiwilligendienste.de kannst du einfach nach passenden Angeboten recherchieren. Neben den vielfältigen Möglichkeiten ist ein weiterer Vorteil des BFD und der Jugendfreiwilligendienste in der rechtlich geregelten Durchführung zu sehen. Die teilnehmenden Personen werden pädagogisch begleitet, erhalten ein Taschengeld und sind sozialversichert. Außerdem wird ein Arbeitszeugnis ausgestellt.

Außerdem ist es möglich, auf freiwilliger Basis einen Wehrdienst (FWD) bei der Bundeswehr zu leisten. So lernst du innerhalb von sechs bis elf Monaten den Soldatenberuf kennen und hast anschließend die Möglichkeit, dich als Soldat auf Zeit zu verpflichten. Die Verpflichtungszeit beträgt dann mindestens ein Jahr. Vergütet wird der freiwillige Wehrdienst mit 2.600 Euro pro Monat. Auf deinem Konto landen netto, also nach Abzügen, ungefähr 2.200 Euro.

Au-pair oder Work and Travel

Falls es dich ins Ausland zieht, bieten sich beispielsweise mit einer Tätigkeit als Au-pair oder einem Work and Travel-Aufenthalt weitere Alternativen an. 🧳

Als Au-pair lebst du in einer ausländischen Familie – neben leichter Hausarbeit steht insbesondere die Betreuung der Kinder der Gastfamilie im Mittelpunkt der Aufgaben. Es gibt eine Vielzahl von privatwirtschaftlichen Unternehmen, die Au-pair-Familien im Ausland vermitteln; zur Qualitätssicherung haben sich zahlreiche Unternehmen in einer Gütegemeinschaft zusammengeschlossen.

Work and Travel verbindet Arbeiten und Freizeit in einem anderen Staat. Die organisatorischen Vorbereitungen sind in der Regel deutlich aufwendiger als beim Bundesfreiwilligendienst oder Wehrdienst, weil beispielsweise nach entsprechenden Arbeitsmöglichkeiten im Ausland recherchiert und ein Visum beantragt werden muss. Hinzu kommen die jeweils im Ausland relevanten rechtlichen Regelungen, die zu beachten sind. Allerdings gibt es zahlreiche privatwirtschaftliche Anbieter, die Unterstützung vor und während des Auslandsaufenthaltes leisten.

Die Bundesagentur für Arbeit betreibt eine Informationsseite zu den Möglichkeiten, das Überbrückungsjahr in Deutschland oder im Ausland zu absolvieren. Eine weitere offizielle Informationsquelle ist rausvonzuhaus.de. Zum Thema Auslandsaufenthalt sei angemerkt, dass es auch zahlreiche Möglichkeiten zum Studium im Ausland gibt, was hier nicht weiter vertieft werden kann.

Weniger bekannt ist aber die Möglichkeit eines weltweiten Auslandspraktikums, das mit der Hilfe von Erasmus+ (ein EU Programm für Bildung, Jugend und Sport) finanziert werden kann. Und noch weniger bekannt ist, dass diese Möglichkeit nicht nur im Studium, sondern auch in der Berufsausbildung genutzt werden kann, um zu erleben, wie sich der eigene Ausbildungsberuf und die damit verbundene Ausbildung im Ausland darstellt. Weitere Informationen findest du beispielsweise auf der Seite meinauslandspraktikum.de.

Versicherung und Finanzen im Gap Year

Zu beachten sind die finanziellen Aspekte des Überbrückungsjahres. Dies betrifft nicht nur die Frage, ob eine Vergütung gezahlt wird. Beim Kindergeld gilt grundsätzlich, dass es (unter der Beachtung der Altershöchstgrenze von 25 Jahren) während des freiwilligen sozialen Jahres, Bundesfreiwilligendienstes und Wehrdienstes gezahlt wird. Ebenso wird das Kindergeld während der Ausbildung und des Studiums gezahlt, sowie während eines Praktikums, sofern selbiges für den Berufseinstieg oder für das Studium notwendig ist. Weiterführende Informationen findest du unter nach-dem-abitur.de.

Bezüglich der Krankenversicherung sind die Regelungen nochmals komplizierter. Grundsätzlich gilt, dass du dich bis zum 23. Geburtstag bei den Eltern, sofern sie gesetzlich krankenversichert sind, beitragsfrei mitversichern lassen kannst, wenn du eine Ausbildung oder ein Studium absolvierst.

Übrigens: Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, was du im Überbrückungsjahr machen sollst oder nicht. Wichtig ist, dass du das Jahr für dich persönlich gewinnbringend gestaltest. Du kannst zwischen einer Vielzahl von Alternativen wählen, die häufig vorbereitungsintensiv sind und für die du dich häufig mit einem Vorlauf von mehreren Monaten bewerben musst. Außerdem ist die Entscheidung für die Zeit nach dem Überbrückungsjahr nicht aus den Augen zu verlieren. Du solltest keinesfalls darauf bauen, dass du im Überbrückungsjahr eine Eingebung haben wirst. Wenn du das Überbrückungsjahr im Inland verbringst, kannst du ergänzend zu anderen Überbrückungsaktivitäten zum Beispiel ein Schnupperstudium in Studiengängen, die dich interessieren, absolvieren.

💡 Hinweis: Aufgrund der vielfältigen Bedingungen für die Kindergeldzahlungen und Krankenversicherung solltest du dich unbedingt informieren. Entsprechende Informationen gibt es vor allem von den Einrichtungen, bei denen du arbeiten oder studieren willst. Bezüglich der Krankenversicherung frage am besten deine Krankenkasse beziehungsweise die deiner Eltern. Zum Kindergeld gibt es zahlreiche Beratungsmöglichkeiten, unter anderem bei der Arbeitsagentur, die man einfach im Internet recherchieren kann.


💡 Tipp: Möchtest du dich über verschiedene Ausbildungsangebote – ohja, es gibt mehr als nur die klassische duale Ausbildung – und duale Studienmodelle informieren? Dann schau in den Bereichen Azubi-Info und Studi-Wissen vorbei.

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